Bevölkerung

 In Burkina Faso sind über 11 Millionen Einwohner, wobei über 80% auf dem Land leben. Das Land hat etwa 60 verschiedene ethnische Gruppen mit eigenen Sprachen, von denen die Mossi mit ungefähr 50% am stärksten vertreten sind. Die im Norden lebenden halbnomadischen Tuareg, Peul (ausgesprochen "Pöl") und Bella machen ca. 10% der Bevölkerung aus.  

 Eine andere wichtige Bevölkerungsgruppe sind die Bobo mit ca. 8%. Weitere Ethnien sind die Lobi und Dagari (7%) im Grenzgebiet zur Elfenbeinküste und Ghana sowie Senufo (5,5%), Gurunsi (5,2%), Samu und Dogon, Bissa (4,7%) und Gourmantche (5%). Die verschiedenen Ethnien leben friedlich zusammen. Sie achten und respektieren sich, man kann einen Angehörigen des eigenen Stammes beleidigen, nicht aber den eines anderen. Diese gegenseitige Respektierung und Achtung verhindert  blutige Stammesfehden. In Burkina Faso leben ungefähr 5.000 Europäer, zum größten Teil Franzosen. Ungefähr 2 Millionen Burkinabè leben im Ausland, überwiegend in den südlichen Nachbarstaaten, in denen sie sich als Wanderarbeiter den Lebensunterhalt verdienen.

Die Bevölkerung nimmt sehr rasch zu. 1950 gab es 3,7 Mio. und 1998 schon 11,3 Mio. Einwohner. Für das Jahr 2025 schätzt man 21,4 Mio. Einwohner.  Im Durchschnitt hat landesweit jede Frau über 6 Kinder. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung beträgt über 50%. Gründe für das enorme Bevölkerungswachstum: Kinder sind der einzige Reichtum der Armen, verschaffen Ansehen und soziale Sicherung (Versorgung im Krankheitsfall und Altersversorgung) und sind zudem billige Arbeitskräfte. 

Um die zunehmende Bevölkerung versorgen zu können, müssen immer mehr Anbauflächen erschlossen werden, gleichzeitig nimmt auch der Bedarf an Wasser zu. Die Regierung muss mit Unterstützung des Auslands Projekte zur Eindämmung der starken Bevölkerungsentwicklung in Angriff nehmen. Dies kann nur durch Aufklärung und den freien Zugang zu Verhütungsmitteln erreicht werden.