Unsere Reise nach Burkina Faso

von Hans-Günter Haase

 

 

Samstag,  22. 10. 2005

 

Dieses Jahr ist die Delegation des Solidaritätskreises etwas kleiner als üblich.

Charly Simonis (13. Fahrt), Götz Krieger (8. Fahrt) und Wolfgang Nieländer (4. Fahrt) machen sich gegen 7:00 Uhr bei windig, kaltem Nieselwetter mit dem PKW von Hillesheim auf den Weg nach Paris. Hans–Günter Haase  (2. Fahrt) kommt aus Wiesbaden, mit der S-Bahn zum Frankfurter Flughafen und dann mit dem Flieger nach Paris. Wegen Verspätung und  zeitraubenden Terminalwechsel in Paris trifft man sich erst im Flugzeug.

 

Pünktlich um 16:20 Uhr rollt der Airbus der Air France zum Start des 5 ½ -stündigen Fluges und dreht nach dem Abheben auf Südkurs. Der Pilot machte uns etwas später auf die neue, fast 300 Meter hohe, Autobahnbrücke über das Tal der Ardèche aufmerksam. Weiter ging es über Mallorca, das Mittelmeer, die Ausläufer des Atlas Gebirges, Algerien, quer über die Sahara und Mali nach Burkina Faso. In Ouagadougou ist es am Abend um 20:00 Uhr Ortszeit (2 Std. Zeitunterschied) immer noch schwülwarm bei ca. 30 Grad. Die sehr genaue Passkontrolle dauert recht lange. Bei der Gepäckausgabe erwartet uns schon Anselm Sanou  (Repräsentant des Solidaritätskreises in Burkina Faso seit 1997), der uns nach kurzem Gespräch mit dem Zollpersonal ohne weitere Kontrollen durch die letzte Hürde hilft. Jetzt können wir auch Martin Simonis, jüngster Sohn von Charly, begrüßen, der schon 2 Monate zuvor nach Ouaga gereist war, um im Waisenhaus „Ampo“ bei der Arbeit zu helfen und schon etwas von dem Land zu sehen. Nun war unsere Gruppe für die nächsten 14 Tage also komplett.

 

Man merkte nach kurzer Fahrt durch das kaum beleuchtete, nächtliche, quirlige und laute Ouagadougou, dass wir in einer „anderen Welt“ gelandet waren. In Anselms Haus wurden wir sehr herzlich von seiner Frau, Marie-Thérèse und seinen beiden Kindern begrüßt. Mindestens weitere 50 Personen, Delegierte verschiedener Projekte, Bekannte und Freunde, waren schon im Hof zu unserem Empfang versammelt. Verständlich, denn es gab reichlich Bier und Softdrinks und auch etwas zu essen. Nach der gegenseitigen Vorstellung der Anwesenden und anschließendem langen Palaver konnten wir schließlich gegen ½ 2 Uhr deutscher Zeit auf unsere Luftmatratzen in die Zelte kriechen. Diese Nacht wurde viel geschwitzt, wir hatten uns noch nicht richtig an das neue Klima gewöhnt.

 

Sonntag,  23. 10. 2005

 

Um 6:00 Uhr werden wir von dem Krähen der Hähne geweckt. Trotz der kurzen Nacht sind aber alle mit Begeisterung dabei, das benötigte Material zusammenzustellen, Zelte und Matratzen auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen, reichlich Wasser und Toilettenpapier darf auch nicht fehlen. Mit der Erfahrung des Überfalls auf die Gruppe vor 2 Jahren wird das Geld trickreich versteckt und jeweils nur ein geringer Betrag in der Tasche behalten, denn unsere Reise sollte uns dieses Mal wieder in etwas unsichere Gebiete führen. Unsere Reiseroute war deshalb auch außer dem neuen deutschen Botschafter niemandem bekannt.

 

Um 8:00 Uhr hatte Marie Therese ein köstliches Frühstück zubereitet. Wir ließen uns Kaffee, Saft und Omelettes mit Tomaten, Paprika und Zwiebeln und frische Baguettes gut schmecken. Nachdem der Toyota-Allrad mit unseren Sachen beladen war, starteten wir nach inniger Verabschiedung unsere Reise in östlicher Richtung.

 

Auf asphaltierter Straße (à péage) ging es nun zuerst über Zorgho kurz vor Koupela rechts nach Nohoungo. Hier besuchten wir eine Krankenstation, die 1995  von  „ASAO“ (Association Solidarité Afrique de l’Ouest) finanziert worden war.  Im Entbindungshaus gab es 4 Babys, das jüngste wurde am frühen Morgen geboren. Mütter und Kinder waren wohlauf. Erstaunt stellten wir fest, dass auch in Afrika die Babys zuerst einmal recht hellhäutig sind.

 

Anschließend nach kurzer Fahrt durch die Savanne erreichten wir Bollé und den 1Km entfernten Nachbarort Paspanga. Hier wurde 1990/91 das erste Projekt von „ASAO“ realisiert. (Schule mit Lehrerhäusern, Tiefbrunnen und Getreidemühle). Es gab ein längeres Gespräch mit dem Dorfchef, der sich für die Schule und die Einrichtungen unter anderem mit dem Ausspruch: „jetzt kann wenigstens jemand im Dorf die Briefe lesen“ bedankte. Andererseits wurde wortreich erklärt, warum die von einer christlichen Organisation gebaute „Getreidebank“ nicht benutzt wird. Mit dem Lehrer wurde ernsthaft über die defekte Solarbeleuchtung gesprochen (in der Batterie fehlte das destillierte Wasser). Der dafür Verantwortliche war natürlich nicht da, genau sowenig wie derjenige, der das zurückgelegte Geld für eine neue Batterie verwaltet.

 

Zurück in Nohoungo zur Übernachtung bei einem leeren Lehrerhaus blieb uns noch etwas Zeit über den sehr einfachen aber eindrucksvollen Sonntagsmarkt zu schlendern. Am Abend wurde dann auf den von Götz noch am Flughafen teuer erstandenen Pastis zurückgegriffen bevor die Teams Charly und Martin, Anselm und Wolfgang, Götz und Hans in den Zelten verschwanden.

 

Montag,  24. 10. 2005

 

Ab heute beginnt jeder Tag gegen 6:00 Uhr mit Aufstehen. Die Wecker sind jeweils die Hähne oder die Esel oder alle zusammen. Wolfgang finden wir im Freien auf zwei zusammengestellten Bänken schlafend, etwas abseits.  Er hatte es im Zelt nicht mehr ausgehalten, weil Anselm anscheinend recht laut schnarcht. Für die weiteren Nächte erklärte sich Charly bereit, mit Anselm im Zelt zu schlafen, weil auch er angeblich ab und zu schnarchen würde. Waschen, Vorbereitung für den kommenden Tag, Frühstück (die Baguettes sind jetzt einen Tag alt), alles einpacken und verladen beschäftigt uns jeweils bis um 8:00 Uhr.

 

Dann Abfahrt über Koupela nach Baskouré. Dort besteht seit 2002 ein Collège. Dieses hat einen so enormen Zulauf, dass es teilweise jeweils 2 Klassen pro Jahrgang gibt, die zurzeit in ein nahe gelegenes Seminar einer Kirche ausgelagert sind. Alle Klassen hatten zwischen 80 und 100 Schüler. Deswegen wurden vom Ort 4 neue, zusätzliche Klassenräume beantragt. Bemerkenswert war, dass der Direktor alle Zahlen für die Statistik, die Charly benötigte, im Kopf hatte. Die Solaranlage funktionierte einwandfrei und die „Schulspeisung“ war gut organisiert. Aber, wie so oft, fehlten die Bäume, auf die großer Wert gelegt werden muss und der Zaun war an einer Stelle sehr weit geöffnet. In einem Klassenzimmer wurden wir dann noch mit etwas gebratenen Hühnchenteilen, Tomaten- und Gurkensalat und kalten Getränken bewirtet.

 

Weiter ging es nach Bondoudoum. Hier wurde eine seit 1997 bestehende Grundschule besucht. Mit 25 bis 30 Schülern pro Klasse war die Schule zwar nicht überlaufen, allerdings waren um das Schulgebäude vorbildlich viele Bäume gepflanzt worden. Es gab auch einen eigenen Schulgarten mit ca. 185 Guave – Bäumen. Charly war sehr erfreut darüber und will über eine Beleuchtung eines Klassenraumes mit einer Solaranlage nachdenken. Nachdem wie bei jedem Besuch eines Dorfes, gegenseitig Geschenke ausgetauscht worden waren, hatten wir plötzlich 4 Hühnchen in den Händen. Die schwierige Transportfrage veranlasste Charly spontan einen Schul – Hühnerstall ins Leben zu rufen und unsere Hühnchen als Anfangsbestand der Schule zu vermachen.

 

Jetzt fuhren wir zurück nach Koupela und besuchten dort ein von einer deutschen Organisation errichtetes Jugendzentrum für sexuelle Aufklärung, Aids – Beratung und Familienplanung. Hier hatten wir auch noch Gelegenheit, den Allrad wieder voll zu tanken und unsere Pastis- und Baguettevorräte zu ergänzen, denn die Weiterfahrt führte nun durch sehr unwegsames Gelände nach Dagantenga.

Der Ort hat 1998 die bestehende Grundschule erweitert bekommen, war aber anscheinend nicht über unseren Besuch informiert. Dafür wurde aber in kürzester Zeit mit Stühlen und Schulbänken unter einem Baum eine Konferenz organisiert und ca. 250 Kinder und Erwachsene hörten gespannt zu wie Charly und Anselm als Übersetzer im Frage- und Antwortspiel seine Statistik vervollständigte. Die Schule war gut organisiert und die Solaranlage war auch noch in Funktion.

Es gab sogar zum Schluss noch einige Cola und Fanta.

 

Die Rückfahrt führte über die Holperstrecke nach Dialgay zur Übernachtung bei einem Lehrerhaus. Dort angekommen wurde extra ein Polizist zu unserer Bewachung abgestellt. Als wir schon fast keine Hoffnung auf ein Abendessen mehr hatten, tauchten gegen ½ 9 Uhr aus der stockdunklen Nacht 2 Töpfe mit Nudeln und einer köstlichen Soße mit Hähnchenteilen auf.

 

Dienstag,  25. 10 2005

 

Wieder ein schöner Sonnenaufgang und ein herrlicher Tag. Die Regenzeit war gerade erst vorüber und die Vegetation im Süden des Landes noch sehr üppig. Während der ganzen Reise hatten wir nie Regen, meistens wolkenloser Himmel und Mittagstemperaturen immer über 35 Grad.

 

Nach dem Frühstück fuhren Charly und Anselm ins nahegelegene Kidibin, um die seit 12 Jahren bestehende Schule zu besuchen und Gespräche mit den Lehrern zu führen. Wir räumten das Nachtlager auf und besichtigten schon einmal das 2004 gebaute Collège in Dialgay. Es gab 2 Eingangsklassen und eine höhere Klasse mit je 80 – 100 Schülern. Anschließend fand dann die Einweihung der Schule mit den Dorfältesten,  Honoratioren und Eltern aus dem gesamten Departement statt. Mindestens 150 Personen waren in einem Klassenraum versammelt. Die ganze beindruckende Zeremonie begann und endete jeweils mit einem christlichen und islamischen Gebet. Nach den verschiedenen Reden und Dankesworten, die auch immer jeweils in die örtliche, einheimische Sprache übersetzt wurden, fand wiederum der gegenseitige Geschenkaustausch statt. Unser Geschenk war zuerst immer die realisierte Schule. Daneben gab es dann noch einen Fußball mit einer Luftpumpe, eine Weltkarte, und Kugelschreiber für die Schule. Auch die Lehrer und offiziellen Delegierten wurden mit Klappmesser und edlen Kugelschreibern, Solartaschenrechnern oder Dynamo -Taschenlampen bedacht. Anselm wurde zu Anfang auch mit so einer High – Tech – Lampe ausgerüstet, musste diese dann aber des öfteren wieder an Charly ausleihen wenn jemand dafür würdig befunden wurde und gerade keine andere Lampe greifbar war. Als sich der Bestand dieser Lampen dem Ende zuneigte, hatte Anselm dann verständlicherweise öfter Probleme, seine Lampe irgendwo zu finden.

Nach einem kleinen Imbiss und Umtrunk war dann allgemeiner Aufbruch nach Garango. Mit dem Staatssekretär des Bildungsministeriums,  Bürgermeister, Schuldirektoren und Elternvertretern wurde erörtert, warum ein zusätzliches Collège für Garango beantragt wurde. Garango ist relativ groß, ca. 30.000 Einwohner. Es gibt auch schon viele Grundschulen im Einzugsgebiet und ein Gymnasium (Lycée) ist auch vorhanden, die Kapazität der Collège – Klassen reicht aber nicht aus. Am Ort, wo die neue Schule errichtet werden soll, erwarteten uns dann ca. 400 Kinder und Erwachsene. Mit kurzen Ansprachen,  je in französisch und der regionalen Sprache  und kurzen Tanzvorführungen wurden wir begrüßt und während der Zeremonie noch der unterzeichnete Vertrag überreicht.  

Danach schnell weiter nach Youndé, um noch im Hellen anzukommen. Wir waren jetzt der Grenze zu Ghana sehr nahe und die Gegend ist bekanntermaßen etwas unsicher. Daher wurde ab Tenkodogo noch ein Polizist (in zivilem Trainingsanzug) mitgenommen. Der musste nun auf der Ladepritsche bei unserm Gepäck sitzen. Die Ankunft in Youndé war dann doch im Dunkeln. Wir wurden von dem Dorf nicht empfangen und suchten uns selbst den Weg zur Schule, die noch nicht ganz fertig war. Die Bauarbeiter zeigten uns den Weg durch die Wildnis zu einem Lehrerhaus und beschwerten sich darüber, dass die Dorfbevölkerung nicht genügend beim Bau mitgeholfen hätte. Abladen und Zeltaufbau fand nun im Abblendlicht des Allrad statt.

 

Mit frischem Baguette, das unser Polizist noch in Tenkodogo besorgt hatte, Salami von Götz und unserem Pastis haben wir es uns dann erst einmal gemütlich gemacht. Nach und nach kamen dann der Direktor der Schule und einige Leute aus dem Dorf zu uns. Später brachten einige Frauen auch noch etwas zu essen. Auf der Speisekarte stand diesmal Couscous mit Soße und Hühnchenteile.

 

Mittwoch,  26. 10 2005

 

Die Besichtigung der Schule war nur von außen möglich, da die Arbeiter gerade den Estrich der Veranda fertiggestellt hatten. So gab es auch keine Einweihungsfeier in dem Sinne. Stattdessen war eine Versammlung mit dem Präfekten, der Dorfbevölkerung und dem Schuldirektor bei der Präfektur vorgesehen. Es wurde dabei unsererseits auch deutlich gemacht, dass das Dorf sich um seine Schule kümmern muss und dass es Ihre Kinder seien, die unter den Verzögerungen leiden würden. Trotz allem überreichten wir natürlich die für die Schule vorgesehenen Geschenke. Von Seiten des Dorfes wurden ein Schafbock und ein Hühnchen aufgetrieben, für die wir uns freundlich bedankten, reichten beides aber dann wegen der erschwerten Arbeitsbedingungen an die Bauarbeiter weiter. Nach einem Umtrunk im Wohnzimmer des Präfekten (das hatte auch schon bessere Zeiten gesehen) brachen wir um ½ 11 Uhr auf  in Richtung Süden durch den Busch über Yargatenga nach Bittou.

 

Unterwegs trafen wir auf große Zebu-Rinderherden, die nach Ghana und Togo zum Schlachten getrieben wurden. In Yargatenga wurde noch schnell ein Problem mit der Entfernung der Schule zum nächsten Brunnen geklärt und auf die Mithilfe der Bevölkerung bei den Bauarbeiten hingewiesen.  „Alles kein Problem.“

 

In Bittou wurden wir freundlich aufgenommen. Es gab etwas zu essen und trinken in einem Restaurant nahe der Schule. Die Fakten waren alle schon vorab geklärt und die Erweiterung des bestehenden Collège um weitere 4 Klassen genehmigt. Wir waren jetzt nur noch ca. 2 Km von der Grenze zu Ghana entfernt und es gab umfangreiche Kontrollen. Unser Polizist, er stammt aus Yondé und ist in Bittou stationiert, hat alles für uns geregelt. Ihn haben wir hier auch wieder entlassen. Noch in Bittou, bei einem Stopp zum Einkaufen, entdeckten wir einen platten Reifen hinten rechts. Bis zur nächsten Reparaturwerkstatt (1 Mann-Betrieb) war es nicht weit. Reifenwechsel und Reparatur des Schlauches dauerten etwa 1 Stunde und kostete gerade mal 1,50 Euro. Dann noch Tanken, denn es folgten lange Strecken durch den Busch.

 

Erst spät am Abend kamen wir in Bagré an. Trotz fortgeschrittener Stunde wurden wir mit lautem Gesang der Schulkinder und kurzen Vorführungen von traditionellen Tanzgruppen, die alle lange auf uns gewartet hatten, empfangen. Danach schlugen wir vor, die Schüler zu entlassen, weil sie teilweise noch bis zu 1 Stunde Heimweg vor sich hatten. Charly, Götz und Anselm führten dann die Gespräche mit den offiziellen Leuten wegen des Antrags auf eine Collège – Erweiterung. Wolfgang, Hans und Martin bauten beim nahe gelegenen Lehrerhaus in der Zwischenzeit die Zelte auf und richteten alles für die Übernachtung her. Anschließend wurden wir wieder gut verpflegt, tranken wie üblich noch einen Pastis vor dem Zelt und legten uns um ½ 11 Uhr müde auf die Matratzen.

 

Donnerstag,  27. 10. 2005

 

Das Frühstück war heute Morgen etwas dürftig: das Baguette war nicht in einer Tüte gewesen, daher sehr hart geworden und taugte nur noch zum Tunken im Kaffee. Nach dem Packen und Verladen unserer Sachen verabschiedeten wir uns von der wieder zahlreich erschienen Schüler- und Bevölkerungsschar nicht ohne wieder unsere Geschenke für die Schule und die Lehrer zu überreichen. Für uns stand wieder einmal ein Schafbock und ein Hühnchen bereit, wie immer alles lebend, eine große Bananenstaude wurde noch verladen und Charly bekam einen aufwändig verzierten afrikanischen „Anzug“ geschenkt, schön verpackt im Karton mit Geschenkpapier und Schleife. Da wir die Tiere auf unserer langen Reise nicht mitnehmen konnten,  wurden sie  zurückgelassen und auf anderen Wegen nach Ouaga gebracht.

 

Jetzt machten wir uns auf die 90 Km lange Pistenstrecke nach Gogo. Unterwegs konnten wir sagenhafte, bis zu knapp 5 Meter hohe Termitenbauten bewundern. Das neu errichtete Collège wurde in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Burkina Faso, Dr. Hochschild, des Staatssekretärs des Bildungsministeriums, den wir schon von Garango her kannten, des Präfekten, des Ortschefs (eine Art Bürgermeister), des Schulrates, des Direktors, der Lehrer, der Elternvertreter und vielen sonstigen offiziellen Delegierten und natürlich einer großen Bevölkerungsmenge, eingeweiht.

 

Charly, Götz und Anselm hatten ihre afrikanischen Prachtgewänder angelegt. Unser Botschafter in Anzug und Krawatte sah dagegen etwas steif aus. Die Vorstellung der einzelnen Anwesenden dauerte oft länger (alle wollen genannt werden) als die eigentlichen Ansprachen, die hier durch die teilweise artistischen Tänze traditioneller Gruppen aufgelockert wurden. Zum Schluss wurde das neue Gebäude nach dem Durchschneiden des weißen Bandes besichtigt und davor demonstrativ noch einige kleine Bäume gepflanzt. Der Austausch der Geschenke wurde langsam zur Routine. Diesmal wurde Anselm mit einem Schafbock bedacht, Charly und Götz wurden in Landestracht ausgestattet. Der Präfekt bat uns dann noch zur Stärkung in sein Privathaus. Man glaubt dann nicht, wie viele Leute dabei alle zum Tross gehören und verköstigt werden wollen. Unser Botschafter verließ mit dem Hinweis auf die unsichere Lage in dieser Gegend („ab 15:00 Uhr sind die Straßenräuber unterwegs“) recht bald das Fest in Richtung Ouagadougu, im Daimler mit Deutschlandstander.

 

Uns führte der Weg dann weiter über Nobéré in Richtung Süden wieder ganz nahe zur Grenze zu Ghana. Und tatsächlich, nachdem sehr lange kein Gegenverkehr auf der hier eigentlich etwas belebteren Piste bemerkt wurde, stand ca. 2 Km vor uns auf einer Kuppe ein hochbeladener Überlandbus mit etlichen Personen drum herum auf der falschen Seite der Straße. Erst nachdem wir mit  Ferngläsern die Situation als Panne identifizieren konnten und Frauen und Kinder unter den Passanten auszumachen waren, setzten wir unser Fahrt nach Po fort. Dieses Verfahren praktizierten wir noch zwei- bis dreimal im Verlauf unserer Reise bei ähnlich unklaren Situationen. In Po meldeten wir uns bei der Polizeistation und Anselm traf zufällig einen Bekannten aus seiner Wehrdienstzeit, der jetzt bei der Polizei dort arbeitet.

 

Dieser empfahl uns dann auch seinen Kollegen im 26 Km entfernten malerischen Tiébélé, unserem eigentlichen Ziel, wo wir  einen alten, noch intakten und bewohnten „Königspalast“ besichtigten. Es  handelt sich nicht um ein prächtiges Haus, sondern vielmehr um ein kleines befestigtes, labyrinthartig angelegtes „Dorf“ mit ca. 400 Bewohnern und allem was so dazugehört, Kinder, Alte und Tiere etc. Die Sippe des Königs wohnt hier und nur ganz vertraute Leute dürfen dem Chef der Region nahe sein, sein Essen kochen und sein Bier (Dolo) herstellen. Der Herrscher saß vor dem Eingang des Dorfes unter einem riesigen Baum auf einem besonders gekennzeichneten Platz und nachdem wir ihm unsere Referenz erwiesen hatten, konnten wir seinen Palast besichtigen.

 

Die Häuser sind teils in die Umgebungsmauer integriert, alle aus Lehm mit entsprechenden Zusatzstoffen (Kuhmist, Gräser, Halme) und Holzknüppel als Unterlage für die Deckenkonstruktion  und teilweise prächtig verziert. Ein Führer erklärte uns die Bedeutung der verschiedenen Zeichen und Farben. Er führte uns in ein Haus, das aus drei kreisförmig ineinander übergehenden Räumen besteht. Hier muss man bis ins hohe Alter sehr gelenkig sein, da der Eingang ebenso wie die Verbindung zu den anderen  Räumen aus Sicherheitsgründen sehr niedrig und eng ist und deshalb eine gewisse Technik erfordert. Es ist alles sehr eng. Die Häuser stehen sehr dicht beieinander und ihre Anordnung folgt keinem für uns erkennbaren festen Schema. Schon nach kürzester Zeit hat man völlig die Orientierung verloren.

 

Diese Nacht verbrachten wir in der Herberge (auberge) eines jungen Franzosen, bevorzugten aber auch hier in unseren Zelten zu schlafen, die wir im Hof aufgestellt hatten. Wolfgang und Martin bauten ihr Zelt auf das über eine aus Lehmsteinen gebaute Leiter zu erreichende Dach unseres Zimmers. Die afrikanische Dusche, Eimer mit Becher, tat gut. Es gab reichlich Nudeln mit Soße. Die Hühner hatten heute Abend Ausgang. Dafür bestaunten wir, nicht zum ersten Mal den an Sternen reichen,  einzigartigen afrikanischen Nachthimmel.

 

Freitag,  28. 10. 2005

 

Das Frühstück genossen wir diesmal mit richtigen Stühlen und Tischen. Dann machten wir uns wieder um 8:00 Uhr auf relativ guter Piste auf die knapp 200 Km lange Strecke immer an der Grenze zu Ghana entlang in westlicher Richtung über Po und Leo nach Boura. Auf solchen Fahrten sorgte Wolfgang für Abwechslung.  „Die Minibar ist geöffnet“, war immer die Ankündigung, wenn er uns unermüdlich mit Kamellen, Pfefferminz, Traubenzucker, getrockneten Früchten oder Nüssen aus einem fast unerschöpflichen Fundus versorgte.     

 

Bei einem kurzen Halt in Leo kommen riesige Sattelschlepper mit eingepferchten Rindern vorbei, die ihre Fracht nach Ghana zum Schlachten bringen. In Togo und Ghana können die Rinder wegen  Klima und Krankheiten nicht aufgezogen werden. So ergibt sich für Burkina mit dem Fleischexport

eine gute Chance.  

 

In Boura erwarten uns in einer hergerichteten Lagerhalle die neue Präfektin und eine Versammlung von Repräsentanten, um den Antrag auf Finanzierung eines Collège im Jahr 2006 zu besprechen. Charly vervollständigte seine Statistik, hatte aber erfahren, dass hier schon eine französische Organisation angefangen hätte, ein Collège zu bauen. Danach befragt, wurde dies von der Versammlung aber nicht zugegeben. Bei der anschließenden Besichtigung des zukünftigen Standortes bemerkten wir nicht weit entfernt ein Gebäude, das sich bei näherer Betrachtung dann tatsächlich als ein fast fertiges Collège erwies. Eine Klasse war schon vollständig fertiggestellt und eine andere wurde gerade von innen angestrichen. Götz hatte zudem auf der Präfektur den Aufruf gelesen, dass die Schüler für das Collège bis Mitte Oktober 2005 anzumelden sind. Ein Direktor für das angeblich erst 2006 zu bauende Collège war auch schon vorhanden. Den Antragstellern wurde beschieden, dass nach einem Bericht über diesen Zustand der Minister in Deutschland über das Projekt abschließend entscheiden wird. Trotz dieser auch für Afrikaner verständlichen Absage gab es noch ein paar gekühlte Getränke.

 

Aus dieser und auch noch später gemachten Erfahrungen wird deutlich, wie wichtig die jährlichen  „Inspektionsreisen“ , die alle Teilnehmer auf eigene Kosten und eigenes Risiko unternehmen, für den Solidaritätskreis und den zweckmäßigen Einsatz der vorhandenen Mittel sind.

 

Anschließend Weiterfahrt über sehr unwegsames Gelände nach Vara. Während der Regenzeit ist der Ort mit dem Auto nicht zu erreichen. In Vara war schon alles für eine schlichte, aber mit viel Engagement und Herzlichkeit vorgetragenen Einweihungsfeier der neu gebauten Grundschule vorbereitet. Hier wurden die Ansprachen gleich in zwei unterschiedliche Stammessprachen übersetzt. Die gerade eingeschulten ersten beiden Klassen wurden uns vorgestellt. Eine Musiktruppe mit Ballafon (Kalebassenxylophon) Kalebassentrommeln und Raschelinstrumenten begleiteten die afrikanischen Tänze und Gesänge, die uns gänzlich unverständlich blieben. Das Dorf hatte wieder einmal einen Ziegenbock für uns als Geschenk, den wir am nächsten Morgen den Bauarbeitern weiterreichten, die noch Restarbeiten an der Schule und den Lehrerhäusern zu erledigen hatten. Nachdem der Vorplatz der Schule von den Feiernden geräumt worden war und  ein Einheimischer im Schein der Lampe noch einen Skorpion erlegt hatte, luden wir unser Gepäck ab und bauten die Zelte auf. Die Dorfbevölkerung setzte ihr Fest dann etwas weiter entfernt fort, noch lange hörten wir Musik und Gesänge durch die laue Nacht.

 

Samstag,  29. 10. 2005

 

Das Frühstück wurde unter aufmerksamer Beobachtung der inzwischen eingetroffenen Schüler und Teilen der Dorfbewohner eingenommen. Wir überreichten unsere Geschenke für die Schule, den Lehrer und den Initiator des Projektes und konnten dann über gute Pisten und Straßen bis Diébougou in westlicher Richtung und dann wieder nach Süden nach Loukoura  weiterfahren. Dort war ein 300 Meter langes Spalier von Schülern rechts und links der Straße gebildet worden. Mit viel Beifall wurden wir willkommen geheißen. Nach kurzer Begrüßung durch den Präfekten fanden die anschließenden Gespräche über den Antrag zum Bau eines Collège in einer nahegelegenen Schulklassen statt. Die Bevölkerung (600 – 700 Leute) erwartete uns dann auf dem Dorfplatz und mit Musik und Tanz wurde ausgiebig gefeiert. Für das Dorf ist dies eine willkommene Gelegenheit ein Fest zu feiern. Nach einer Erfrischung mit gekühlten Getränken bekam Charly  Pfeil und Bogen überreicht, Martin von den Frauen der Ortschaft eine weibliche Statue und wir jeweils einen Sitzschemel geschenkt. Auf dem Rückweg wurde noch der zukünftige Bauplatz besichtigt. Dort war schon in Vorleistung der Bewohner jede Menge Steine und Sand gesammelt worden, so dass auch aufgrund der großen Schülerzahl dieses Projekt gut Chancen hat, realisiert zu werden. Jetzt übergaben auch wir unsere Geschenke und wurden dann wieder vieltausendmal klatschend verabschiedet.

 

Nach Broum Broum waren es jetzt nur noch 40 Km. Dort wusste angeblich niemand etwas von unserem Besuch, obwohl er schon im Mai angekündigt worden war. Wir baten drei Frauen des Dorfes, einen Teil unserer Wäsche zu waschen. Das wurde auch sofort erledigt und unsererseits entsprechend belohnt.

 

Der Direktor des im Jahr 2000 erbauten Collège war erst seit einigen Wochen in der Schule, sein Vorgänger hat den verschiedenen Berichten zu Folge anscheinend sehr viel Unrechtes getan. Selbst die Lehrer wollten nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten. Es fiel keinem schwer,  ihm  weitere Ungereimtheiten anzulasten. So fehlte die Solaranlage komplett mit Lampen, Leitungen, Schalter und Batterie. Das Konto der Rücklagen für diese Anlage und die Brunnenpumpe wurde auch nicht regelmäßig aufgefüllt und stand jetzt auf Null. Die Nacht verbrachten wir in den Zelten vor der Schule nachdem wir zuvor mit Essen und Trinken versorgt worden waren und uns noch lange mit den Lehrern über die Situation am Ort unterhalten hatten.

 

Sonntag,  30. 10. 2005

 

Nach dem afrikanischen Frühstück mussten wir unsere gewaschenen Kleider noch leicht feucht wieder einpacken. Unsere Geschenke für die Schule und die Lehrer wurden überreicht und um 8:00 Uhr waren wir wieder auf dem Weg zurück in nördlicher Richtung nach Tiankoura. Der Ort hatte einen Antrag auf ein Collège gestellt und es wurden mit dem Präfekten und anderen Verantwortlichen die erforderlichen Daten erhoben und der vorgesehene Bauplatz besichtigt. 60% des erforderlichen Materials (Sand und Steine) waren schon gesammelt worden.

 

Weiterfahrt nun nach Dankoblé. Wir brauchten drei Anläufe von der Hauptstraße aus bis wir das Dorf gefunden hatten. Wir besichtigten die Grundschule aus dem Jahr 2001. Der hintere Überstand des Alublechdaches war im Bereich der Solarplatte abgebrochen, eine selbst gezimmerte, provisorische Leiter war noch angestellt. Später erzählten uns die Lehrer, dass der noch junge Direktor kürzlich verstorben sei. Charly vervollständigte  seine Statistik, Wolfgang räumte den Schreibtisch auf und entdeckte dabei verschiedene Briefe des Vereins an das Dorf. Das Hühnchen, das wir aus Tiankoura mitbekommen hatten, schenkten wir dem verheirateten Lehrer, der uns mit dem Moped den richtigen Weg zur Straße zeigte.

 

Jetzt fuhren wir die Straße bis Ouéssa zurück um dann kurz danach, nun wieder nach Norden, Richtung Fara abzubiegen. Unser Ziel war Meno-Diantio. Dieser Ort ist, wie einige andere auch, nicht auf der Karte zu finden und Anselm kannte den Weg auch nur aus der Richtung von Ouaga her. Daher fragten wir in Kabourou nach dem Weg dorthin. Uns wurde eine Abkürzung empfohlen. Anfänglich noch für einen PKW befahrbar wurde der Pfad immer schmaler und war fast 30 Km dann nur noch als Fußweg zu bezeichnen. Anselm und der Allrad gaben alles, es war eine lange Quälerei aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. In Meno-Diantio angekommen ruhten wir erst einmal etwas aus, bauten dann unsere Zelte bei einem bewohnten Lehrerhaus, in dem wir die Dusche und Toilette benutzen durften, auf und hängten unsere immer noch feuchten Sachen vom Vortag über den Zaun der Schule.  Es wurde  auch etwas zu essen für uns zubereitet. Als Apéritif gab es für jeden einen Schluck Rotwein aus einer ¼ Ltr. Flasche aus Beständen der Air France. Später abends erklangen Chorgesänge aus der Kirche, die wir uns dann dort angehört haben. Das war für alle sehr beeindruckend. Nur eine kleine Öllampe erleuchtete schwach den Raum.

 

Montag,  31. 10. 2005

 

Die Einweihungsfeier der 2004 gebauten Schule von Meno-Diantio war eher schlicht, aber für das entlegene Dorf mit großer Beteiligung der Bevölkerung und viel einheimischen Gesängen und Tänzen geschmückt. Einige Schüler trugen Gedichte vor und wurden dafür von Charly mit einem Kugelschreiber belohnt. Mit selbst fabrizierten Instrumenten, mit Fell bespannten Trommeln und einer Fahrradgabel als Triangel wurde aufgespielt. Es war eine sehr volkstümliche Feier mit vielen prächtig bunten Farben. Man sah viele gespannte und aufmerksame Gesichter.  Ein Mädchen (ca. 10 Jahre alt) mit einem Augenleiden wurde in der Menge entdeckt. Götz vermittelte die Adresse der Augenklinik in Diébougou, die kostenlos solche Operationen durchführt. Ein Geldbetrag für die Fahrt dorthin  wurde dem Vater gegeben und außerdem überließen wir ihm den uns zuvor geschenkten Schafbock.

 

Auf etwas besseren Wegen als gestern fuhren wir dann durch den Busch über Silli nach Fara.  Hier erwarteten uns die 4 einheimischen Schwestern eines in Frankreich gegründeten Ordens. Es war Mittagszeit und wir tauschten unsere noch lebenden Hühnchen und  Perlhühner aus Meno-Diantio gegen das schon zubereitete köstliche Mittagessen im Schatten des Hofes. Mit dem später hinzugekommenen Schulrat wurden die Daten erhoben, die für den Antrag zum Bau der Schule notwendig sind. Nach abschließender Besichtigung des zukünftigen Baugeländes und des nahen Brunnens, der allerdings zum Areal der Kirche gehört, machten wir uns wieder zurück über Silli nach Koulidio auf.

 

Nachdem dort einige Missverständnisse geklärt waren (Charly meinte, die Einweihung sei noch am Abend, aber die Eröffnungsfeier mit Präfekt und geladenen Gästen war erst für den nächsten Morgen geplant) wurde der Beginn der Feier etwas vorverlegt. Die neu gebaute Grundschule wurde besichtigt und die gerade eingeschulte 1. Klasse, ca. 100 Kinder, begrüßte uns mit einem Lied. Das Gebäude wurde für in Ordnung befunden; nur der noch nicht ganz fertiggestellte Zaun war falsch montiert. Die spitzen Enden schauten nach oben in die Luft während die abgerundeten Enden unten am Boden waren. Die Bauarbeiter waren auch mit dem zweiten Lehrerhaus noch nicht ganz fertig.

 

Der erste Lehrer war gerade mal eine Woche im Dienst und wurde für seine Initiative, schon einige Bäume gepflanzt zu haben, gelobt. Er war sehr freundlich und engagiert und bei seinem Haus konnten wir auch unsere Zelte aufstellen. Wir durften unser Gepäck in seinem Wohnzimmer lagern und auch seine Dusche mitbenutzen. Bei der sich anschließenden offiziellen Begrüßung wurden dann schon die Ansprachen der örtlichen Delegierten gehalten und auch Götz trug seine Rede vor, die jeweils in die regionale Sprache übersetzt wurden. So konnte am nächsten Morgen wesentliche Zeit eingespart werden.

 

Mit einem Ausbilder für Journalisten aus Ouagadougu, dem Initiator und Antragsteller der Schule, wurde dann noch lange über die Probleme der Entwicklung des Landes und der Mentalität der Afrikaner im allgemeinen diskutiert.

 

Dienstag,  1. 11. 2005

 

Schon um ½ 8 Uhr tauchten die Masken auf. Fellähnliche, zottelige Anzüge mit teilweise schweren Holzköpfen, die alle eine besondere  Bedeutung hatten. Die Männer, die diese Verkleidung trugen, waren nicht mehr zu erkennen und mussten wohl nicht nur wegen der artistischen Bewegungen zu der Trommel- und Pfeifenmusik  fürchterlich schwitzen. Aus Dio, dem Nachbarort, tanzte eine als Fußballmannschaft gekleidete Gruppe beeindruckende rhythmische Gymnastik, die einer Bundesligamannschaft zur Ehre gereicht hätte. Die Frauen des Dorfes übergaben uns viele Geschenke: verzierte, schwarz lackierte Tontöpfe, Erdnüsse und Früchte des Karitébaumes. Charly verteilte unsererseits die Geschenke an die Schule, die Delegierten, den Lehrer und die Frauen. Wir wurden herzlich verabschiedet und nach dem Besuch der Forage (Tiefbrunnen), wo wir unser schlechtes Wasser vom Vortag austauschten, ging die Fahrt weiter in Richtung Norden.

 

Nach 30 Km Holperpiste erreichten wir Godé, an der Hauptstraße Richtung Ouaga gelegen. In Sabou, dem nächst größeren Ort, gab es einen kurzen Halt. Tanken, Brot einkaufen und telefonieren war hier möglich. Wir waren fast 5Tage ohne Telefonnetz, daher erfuhr Götz erst jetzt, dass sein Sohn die medizinische Abschlussprüfung mit sehr gutem Ergebnis bestanden hatte. Daraufhin lud er uns auch gleich zu einer kleinen Erfrischung mit Cola und Bier ein.

 

So gestärkt führte uns der Weg jetzt auf guter Straße in Richtung Ouagadougou nach Bazoulé. Hier begrüßten uns die 480 Kinder der bestehenden Schule mit einem Spalier und selbst gebastelten deutsch-burkinischen Fähnchen und mit lautem: „bienvenu, bienvenu“. Wir besichtigten kurz die einzelnen Klassen. Dann fand die Zusammenkunft mit Delegierten des Ortes, Eltern, der Schulrätin und  Lehrern unter einem Baum statt. Da die ehemalige katholische Schule der Kirche wieder zurückgegeben werden soll, beantragte das Dorf eine dreiklassige öffentliche Schule.

Weiter ging es nun in nordwestlicher Richtung. Kurz hinter Bazoulé gab es einen See der mit Krokodilen (Kaimanen) bevölkert ist. 8 bis 10 Exemplare zwischen 2 und 3 Meter lang konnten wir am Ufer beobachten. Einer davon schnappte sich dann auch ein Hühnchen, das ihnen vorgeworfen wurde. Eindrucksvoll, wie es in weniger als 30 Sekunden verschwunden war. Anschließend verschwand die Meute im trüben Wasser.

 

Durch die Savanne, die hier nun etwas spärlicher bewachsen ist als im Süden, fuhren wir nach Tassé, wo wir pünktlich, wie vereinbart, um 16:00 Uhr eintrafen. Vor der Schule, die noch im Jahr 2004 fertiggestellt wurde, waren zwar einige Kinder versammelt, aber sonst war erst einmal niemand zu sehen. Obwohl unsere Ankunft im Dorf sehr wohl bekannt war, wirkte alles sehr verschlafen. Um die Schule und die Lehrerhäuser wurde gerade das Gras abgebrannt (feu de brousse), auch im Bereich der neu gepflanzten Bäume. Das regte Charly natürlich sehr auf. Die „Feuerwehr“ in Form von ca. 10 Kindern (teilweise in roten Hemden) rückte aus, um das Buschfeuer mit Stöcken und Zweigen zu löschen.

 

An der mittlerweile ein Jahr alten Schule sah es aus wie auf einer Baustelle: der Bauschutt lag immer noch herum, der Zaun machte einen traurigen Eindruck und war wie in Koulidio falsch herum montiert,  der Torrahmen im Zaun war schon auseinandergebrochen, der Hangar (früherer Klassenraum aus Lehmsteinen mit Strohdach), den wir letztes Jahr noch bewundert hatten, war ganz zusammengefallen.

 

Wir richteten uns jetzt mal wieder bei einem unbewohnten Lehrerhaus ein und es dauerte bis kurz nach 18:00 Uhr bis die Bevölkerung des Ortes unter geringer Beteiligung zusammengekommen war, um mit uns zu reden. Nachdem die Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht waren, beschwerte sich  der Direktor der Schule über die mangelnde Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und das geringe Engagement der Leute während der Bauzeit ihrer Schule. Daraufhin fand auch Götz entsprechende Worte, der Bevölkerung ins Gewissen zu reden. Er betonte wiederholt, dass es sich um die Schule des Dorfes, um ihre Kinder und um ihren Brunnen handelt und sich die Bevölkerung um die Erhaltung und Instandhaltung der Einrichtungen kümmern muss. Das alles fand nun noch dazu in stockdunkler Nacht statt. Ob unser Appell an die Bevölkerung angekommen ist, bleibt abzuwarten. Später brachte uns die Frau des Direktors noch ein paar Nudeln zu essen und es gab auch noch eine Dose Bier oder Fanta für uns. Mit den beiden Lehrern redeten wir noch eine ganze Weile über die Probleme in Tassé.

 

Mittwoch,  2. 11. 2005   (unser schwarzer Tag in Afrika)

 

Schon am Morgen ging es los. Nachdem unsere Sachen wieder verladen waren, entdeckten wir am Allrad, wieder hinten rechts, einen Luftverlust. Das Rad war mit vereinten Kräften schnell gewechselt. Wir konnten beobachten, dass die Schulkinder fleißig die noch gesunden neu gepflanzten Bäume gossen, verteilten noch unsere Geschenke bevor wir uns in östlicher Richtung auf den Weg machten. Zuerst einmal bis Laye, an der Hauptstraße gelegen. Hier wurde der defekte Reifen repariert. Die Angaben eines „Haut Commissaire“, der Anträge für Schulen in seinem Heimatgebiet gestellt hatte, schienen Charly wenig glaubhaft. Daher fuhren wir weiter zur Präfektur von Ourgou, um dort unangemeldet beim Sekretär die genauen Einwohnerzahlen und Entfernungen der Örtlichkeiten zu erfragen. Charlys Gefühl täuscht selten, denn es stellte sich heraus, dass die Angaben, Einwohnerzahl und Entfernung zur nächsten Schule, tatsächlich weitgehend „geschönt“ waren. Die Schulen hatten jetzt viel weniger Chancen realisiert zu werden.

 

Nun weiter Richtung Norden nach Guibaré. Auf der guten und breiten Piste kamen uns einige „Hühnerbomber“ (Mopeds mit ca. 50 bis 60 Hühner behangen, so dass man den Fahrer kaum noch erkennen kann) entgegen, die ihre Fracht nach Ouaga zum Markt brachten. Neu waren auch einzelne „Ziegenbomber“, die dasselbe mit ca. 10 bis 15 Ziegen machten. Nach Passieren des Gegenverkehrs musste man fast anhalten, weil in dem aufgewirbelten rotbraunen Staub der Weg kaum noch zu erkennen war. Wir freuten uns schon auf einen gemütlichen Nachmittag in Guibaré,  denn die etwas größer geplante Einweihung des neuen Collège, wieder mit unserem Botschafter, sollte erst am nächsten Morgen stattfinden. Als wir gegen 13:00 Uhr eintrafen, waren viele Leute am Collège zu sehen und zwei große Zelte aufgestellt. Frühzeitige Vorbereitungen, dachten wir, denn wir wurden erst einmal zur Präfektur geschickt.

 

Dort erfuhren wir zu unserem großen Erstaunen, dass die Einweihungsfeier gerade zu Ende gegangen sei. Die anwesenden Außenminister von Burkina Faso und der Universitäts- und Bildungsminister von Burkina waren schon beim Essen und Trinken. Verständlicherweise war Charly über diese Situation sehr verärgert und Anselm musste etwas diplomatischer dem Präfekten und dem Initiator des Projektes unsere Enttäuschung über dieses Verhalten mitteilen. Der Präfekt war wieder einmal erst 2 Monate im Amt und hatte den Brief vom Mai, in dem der Termin festgelegt worden war, nicht gelesen. Die Einladungen an die Offiziellen aus Burkina für heute Morgen waren am 15. Oktober verschickt worden, ohne Anselm oder den Solidaritätskreis in Deutschland zu informieren. Jetzt entschuldigten sich Präfekt und Initiator wortreich für ihre Fehler, ohne uns damit wirklich von Ihrer Aufrichtigkeit zu überzeugen. Geschehen ist geschehen. Also machten wir das Beste daraus und um nicht unhöflich zu sein gingen wir zu den noch immer anwesenden Ministern um „Bonjour“ zu sagen und sie aber auch wissen zu lassen, wer alleine für die Realisation des Collège verantwortlich ist. Die Vermutung, dass die Feier zu Wahlkampfzwecken missbraucht worden war, lag nahe, denn am 13. November 2005 wird in Burkina der neue (alte) Präsident gewählt. Der Präfekt lud uns dann noch zu einem Umtrunk in sein Haus ein. Wir haben noch unseren Botschafter über den Ausfall der Feier am nächsten Tag benachrichtigen lassen. 

        

Nach dem Ausladen unseres Gepäcks bei einem Lehrerhaus stellten wir schon wieder einen platten Reifen fest, diesmal hinten links. Also noch einmal Reifen wechseln. Wir waren ja darin inzwischen geübt. Anselm ließ den Reifen im Ort reparieren, wir besichtigten die Schule und Lehrerhäuser und notierten die festgestellten Mängel zur Ausbesserung durch die Baufirma. Zwei burkinische Zivildienstleistende, noch nicht fertig ausgebildete Lehrer, gab es schon. Anstatt zum Militär zu gehen wurden sie als Vertretungslehrer eingesetzt. Der Schulbetrieb hatte auch noch nicht begonnen, obwohl das Schuljahr schon seit Anfang Oktober läuft. Der Vorsitzende des Baukomitees hatte während der Bauzeit viel mitgeholfen und sich sehr engagiert und saß auch jetzt den ganzen Abend mit den Lehrern bei uns. Unsere Hoffnung ist, dass sich zumindest dieser für die Belange der Schule einsetzt.

 

Donnerstag,  3. 11. 2005

 

Am Morgen kamen Präfekt und Initiator persönlich zu uns, um sich noch einmal für die Fehler zu entschuldigen und brachten uns auch noch traditionelle Umhängetaschen und Tücher und für Anselm einen Schafbock mit. Auch wir übergaben der Schule, dem Präfekten, den Lehrern und dem Initiator unsere Geschenke.

 

Die Wasservorräte wurden ergänzt und jetzt hatten wir noch Zeit, um unangemeldet nach Kirsi zu fahren. Dort wurde 1998 ein Collège gebaut, das wir uns ansehen wollten. Unterwegs fanden wir in Bokin noch eine Tankstelle. Das ersparte uns einen späteren Umweg von 30 Km. Auch gab es dort eines der seltenen Telefoncenter, von dem wir alle noch einmal nach Hause anrufen konnten. Im Islam ist heute das Ende des Ramadan (Fastenzeit). Ein großes Fest für diese Religion. Wir konnten viele Gruppen in prächtigen Gewändern beobachten, die ihre Gebete nach Mecca richteten. In Kirsi war die Schule für unsere Begriffe in einem desolaten Zustand. Das Dach mit vielen Löchern, Löcher im Betonboden, Risse im Gemäuer, lose Schulbänke. Für Afrika wohl alles mehr als normal. Es gab viele angepflanzte Bäume, schon in stattlicher Größe, allerdings viel zu weit vom Gebäude entfernt. Das Collège selbst stand in der prallen Sonne. Dies wurde alles mit dem Direktor und Elternvertreter besprochen. Er und der Ort müssen viel unternehmen, um die Gebäude in Ordnung zu halten.

 

Wir überreichten unsere Standardgeschenke und fuhren zurück über Manéga dann querfeldein nach Romissi und Somdamesson. Dies waren die Dörfer mit den gefälschten Angaben im Antrag, wie wir gestern schon bei unserem Besuch der Präfektur in Ourgou feststellen mussten. Wie fast erwartet, wusste in beiden Orten niemand etwas von uns obwohl unser Besuch, wie alle anderen, frühzeitig angekündigt worden war.

 

Ohne jemanden angetroffen zu haben, fuhren wir unverrichteter Dinge weiter durch den Busch nach Somdé. Durch die zuvor eingesparte Zeit konnten wir uns nun am Nachmittag noch etwas ausruhen. Pünktlich um 16:00 Uhr begann die Eröffnungsfeier der schon im Jahr 2004 gebauten Grundschule von Somdé in Anwesenheit des Haut Commissaire und des Secrétaire général des Gouverneurs der Region. In Anbetracht der anwesenden Honoratioren haben Charly, Götz und Anselm wieder ihre afrikanischen Prachtgewänder angelegt und waren die Bestgekleideten bei der Feier. Die erfreulich kurz gehaltenen Ansprachen wurden von der zahlreich erschienen Bevölkerung jedes mal mit lautem Beifall bedacht. Nach dem Geschenkaustausch, Charly bekam diesmal für den Solidaritätskreis außer einer Ledertasche und einem reich verzierten und bemalten Häuptlingsstock wieder einen Schafbock überreicht, gab es, wie üblicherweise, wieder etwas zu trinken und zu essen.

 

Am Abend empfingen wir dann noch die Delegationen von Somdamesson und Romissi. Unser Besuch in den Dörfern hatte sich wohl herumgesprochen und die jetzigen Angaben entsprachen wesentlich besser den wirklichen Zahlen. In unseren Zelten hörten wir noch lange die rhythmische Musik zu den Tänzen auf dem nahen Schulvorplatz.

 

Freitag,  4. 11. 2005

 

Am Morgen kam der Dorfchef mit seinen Helfern und ein paar Frauen, die uns etwas zum Frühstück gekocht hatten. Das war aber nicht nach unserem Geschmack und so mussten Anselm und der Lehrer sich opfern und davon essen. Martin ging es an diesem Morgen sehr schlecht. Wolfgang versuchte mit Salz und Elektrolyten seine Lage etwas erträglicher zu machen.  Der Dorfchef bedankte sich noch einmal für alles, was hier realisiert worden war ohne nicht gleichzeitig um weitere Hilfe in Form eines Brunnens oder einer Solarelektrizität für die Schule zu bitten.

 

Danach ging es wieder querfeldein weiter in südöstlicher Richtung über Zitenga und Bissiga nach Baskoudré. Unterwegs konnten wir noch frisches Baguette kaufen und in einem Straßencafe etwas  trinken um unser ausgefallenes Frühstück nachzuholen. Wir kamen mittags in Baskoudré an, wo uns ca. 450 Kinder und Erwachsene auf dem Platz, der 2003 auf 6 Klassen erweiterten Grundschule, erwarteten. Der Dorfchef begrüßte uns und die Dankesworte erfolgten gleich in der regionalen Sprache, die Anselm verstand und sofort für uns übersetzte. Unsere Geschenke wurden dankbar entgegengenommen und kurz vor unserer Abfahrt wurden uns noch 3 Hühnchen mitgegeben. Man zeigte uns den Weg durch den Busch zur nächst größeren Piste nach Samboaga, unser letztes von 36 besuchten Dörfern und Ortschaften. Die Schule hier war eine der ersten, die Charly 1991 angefangen hatte, damals noch in Raten, jedes Jahr eine weitere Klasse. Es war inzwischen immerhin schon 14:00 Uhr und es herrschte eine herrliche Mittagsruhe bei der Schule. Die Schüler waren anscheinend sich selbst überlassen. Der Direktor war zum Markt gegangen und der verschlafene Lehrer wusste angeblich nichts von unserem Besuch. Wir ließen unsere Geschenke für die Schule beim Lehrer und fuhren danach auf guter Piste und zum Schluss auf einer der wenigen asphaltierten Hauptstraßen zurück nach Ouagadougou. 

     

Wir hatten 2.250 Km meistenteils auf Pisten und noch weniger guten Wegen zurückgelegt und dabei 36 Dörfer und Orte in 12 Provinzen besucht.

 

Wolfgang hatte irgendwann unterwegs einmal ausgerechnet, dass durch „ASAO“ bis einschließlich 2004  durch die realisierten Projekte ca. 350 Vollzeitarbeitsplätze in Burkina Faso geschaffen wurden und dass z. Zt. ca. 50 neue Arbeitsplätze pro Jahr dazu kämen.

 

Gegen 15:30 Uhr kamen wir wieder vor Anselms Haus an und wurden mit lautem „Hallo“ stürmisch begrüßt. Charly meldete uns bei unserem Botschafter zurück und dieser lud uns daraufhin noch zu einem Bier in seine Residenz ein. Der Botschafter war froh, uns angesichts der unsicheren Lage im Süden des Landes, wo wir uns ja die meiste Zeit aufgehalten hatten, gesund wiederzusehen. Wir sprachen auch über sein Projekt, 24 Straßenkinder in ein Internat zu bekommen, in dem, als Anreiz, auch Fußball gelernt und gespielt werden soll. Nach dem Bier  verabschiedeten wir uns, denn Marie Therese, Anselms Frau, hatte ein köstliches Abendessen für uns zubereitet.

 

Soeur Veronique war noch gekommen, weil Charly wieder einige Produkte, die in ihrem Foyer Véronique von den Mädchen hergestellt werden, teilweise als Geschenke für die Sponsoren einkaufen wollte. Sie brachte Katherina Schönes aus Saarbrücken mit, die der Solidaritätskreis an ihr Foyer Veronique vermittelt hatte, um dort nach ihrem Abitur 6 Monate Erfahrungen zu sammeln.

Ein Delegierter aus Samboaga, wo wir am Nachmittag niemanden angetroffen hatten, taucht noch auf, entschuldigte sich vielfach für den Fehler und versprach, auf Charlys Vorhaltungen, nächste Woche alle defekten Schulbänke  zu reparieren.

 

Samstag,  5. 11. 2005

 

Nach dem fürstlichen Frühstück, Omelette mit Tomaten und Zwiebeln, frischem Baguette, Butter und Marmelade, alles seit 14 Tagen wieder zum ersten Mal, bereiteten sich Charly, Götz und Anselm auf die Delegationen von ca. 14 Orten, den Bauunternehmer und den Brunnenbohrer vor, um neue Projekte zu besprechen.

 

Katharina, die bei Anselm in einem weiteren Zelt übernachtet hatte, Wolfgang, Hans und Martin besuchten das  „Village Artisanale“, wo die Handwerker und Künstler bei der Herstellung ihrer Kunstwerke beobachtet werden konnten. Katharina und Martin fuhren dann noch zum Waisenhaus „AMPO“ um einige Sachen abzugeben und noch einmal „auf Wiedersehen“ zu sagen. Martin hatte sich ja dort vor unserer Reise ca. 7 Wochen aufgehalten.

 

Am Nachmittag wurde das Gepäck hergerichtet und alle Mitbringsel und Charlys Einkäufe bei Soeur Véronique so verteilt, dass keiner Übergepäck hatte. Die Air France nimmt das sehr genau. Das Aufgeben des Gepäcks am Flughafen dauert dann wieder sehr lange - in Afrika geht nichts schnell.

Am Abend gab es dann noch einmal ein Zusammensein mit Freunden, Bekannten und Delegierten in Anselms Haus. Für Essen und Trinken war wieder vorzüglich gesorgt. Um 22:00 Uhr fuhren wir los Richtung Flughafen. Wir wurden allerherzlichst von Anselm und seiner Familie, Soeur Véronique und Katharina verabschiedet und eingeladen, nächstes Jahr wieder zu kommen.

 

Nach langwierigen und sehr genauen Abfertigungs- und Sicherheitsverfahren am Flughafen hob der Air France Airbus dann schließlich um Mitternacht ab. Wir hatten einen ruhigen Flug und am Sonntagmorgen kurz nach 6 Uhr landeten wir sicher in Paris. Charly, Götz, Wolfgang und Martin fuhren dann auf lang bekannter Route wieder nach Hillesheim zurück, um dort gegen Mittag einzutreffen. Hans wechselte das Terminal in Paris, flog mit Lufthansa nach Frankfurt und fuhr dann nach Wiesbaden zurück.

Eine anstrengende, aber auch interessante und viele neue Eindrücke und Ansichten vermittelnde Reise war zu Ende.