Managre Nooma ist Moré, eine Stammessprache in
Burkina Faso und bedeutet "Das Gute geht niemals verloren". Managre
Nooma ist auch der Name der zwei Waisenhäuser, die die Deutsche Katrin Rohde
vor einigen Jahren gründete. Errichtet auf einer Müllhalde inmitten eines
Elendsviertels ist es ein kleines Paradies für die Armen von Ouagadougou. Da
sind zunächst die ca. 75 Mädchen und Jungen, alle haben eine schlimme
Vergangenheit, sind Waisen, haben auf der Straße gelebt, wurden sexuell missbraucht....
Sie wohnen in kleinen Hütten, die Jüngeren gehen außerhalb auf eine
Grundschule oder besuchen eine höhere Schule. Die Kinder aber, die nie in ihrem
Leben eine Schule besucht haben, bekommen im Waisenheim Elementarunterricht und
können dann in den heiminternen Werkstätten Schneider, Schreiner, Koch und
Arzthelferin werden. Mit einer umwerfenden Begeisterung sind sie bei der Sache
und entwickeln eine große Kreativität,
wenn es darum geht, Kleidungs- und Möbelstücke
zu entwerfen. Mit diesen Grundkenntnissen ausgestattet, eröffnet Katrin Rohde,
liebevoll Mama genannt, den Kindern die Möglichkeit, sich später selbst zu ernähren.
Tagsüber ist es also still auf den drei Hektar, nur zum Mittagessen
erwacht das Leben wieder, es gibt
abwechselnd To (Hirsebrei), Reis und Nudeln. Auch der Nachmittag ist ruhig, erst
wenn die afrikanische Sonne am Abend nicht mehr alles versengt, wird das
Waisendorf munter. Dann wird im heißen Sand barfuß Fußball gespielt, das
Essen für den nächsten Tag vorbereitet, getrommelt und getanzt
und an manchen Abenden sitzen alle Kinder vor dem Fernseher und folgen mit großen
Augen einem afrikanischen Film. Aber zu dieser Stunde, wo alle beisammen sind,
werden auch die täglichen Probleme diskutiert und Pläne für die kommenden
Tage gemacht, es werden Lob und Tadel verteilt und jeder kommt dazu, zu erzählen,
was er erlebt hat.
Gegen 22 Uhr wird es dann still, ein anstrengender
Tag für alle ist zuende gegangen und bis zum Morgengebet um 6 Uhr sind es nicht
viele Stunden.
Das ist die eine Seite dieser Einrichtung, doch
täglich gibt es neue Probleme zu lösen, da stehen alte Menschen vor den Toren,
bitten um eine Portion Reis, Nachbarn, deren Kinder krank sind, hoffen auf
medizinische Hilfe, Behinderte bitten um Geld für die Reparatur ihres
Spezialfahrrades, Eltern, die ihre Kinder nicht mehr ernähren können, schicken
sie kommentarlos zu Katrin Rohde. Und um jeden wird sich gekümmert, in langen
Gesprächen die Ursachen der Probleme gesucht und dann wird tatkräftig
geholfen. Die Kinder, die alle die Not am eigenen Leib erfahren haben, teilen
ihr Essen oder auch die Hütte.
Aus diesen Bedürfnissen sind weitere Einrichtungen
entstanden. So gibt es mittlerweile eine Krankenstation für Kinder mit ihren Müttern,
eine gynäkologische Station und eine Zahnarztpraxis sind in der Fertigstellung.
In einer Werkstatt können Behinderte ihre Rollstühle unter Anleitung selbst
reparieren. Straßenkinder haben sich in einem Transportunternehmen organisiert,
einige Behinderte stellen Holzspielzeug her und im Zentrum existiert ein
Informationszentrum zur Aufklärung für Mädchen und junge Frauen.
Uns hat am meisten die Lebensfreude und die
Gastfreundschaft überwältigt. Während mehrmaliger Aufenthalte und ständigem
Kontakt haben wir die Höhen und Tiefen miterlebt und viel Freude mit den
Kindern geteilt. Ihre offene Art und der Umgang untereinander fasziniert uns. Ständig
sind wir in Gedanken bei "unseren" Kindern und planen die nächsten
Besuche, während wir hier unterwegs sind, um Spenden zu sammeln und die
Projekte auf diese Weise zu unterstützen.