Rita Krieger
Da ist Barakissa, 15 Jahre alt, aus Tengréla. Ihre Mutter starb, als sie noch ein Baby war. Der Vater brannte mit einer anderen Frau durch und ließ das Kind bei der Großmutter zurück. Nun ist auch die Großmutter tot und Barakissa steht völlig allein auf der Welt.
Auch Florentine aus Yako, 18 Jahre alt, ist mutterseelenallein. Ihre Eltern, deren einziges Kind sie war, sind beide gestorben. Florentine ist begabt und besucht ein Collège in Banfora.
Der Vater der 19-jährigen Appolline aus Péni war Bauer und wurde durch einen schweren Unfall arbeitsunfähig. Das Mädchen hätte normalerweise keine Chance gehabt eine Ausbildung zu machen.
Minata, 16, ist aus Banfora und hat ihre Mutter verloren. Der Vater ist an die Elfenbeinküste gegangen um Arbeit zu suchen.
Auch die körperbehind
erte
Sourata aus Gaoua lebt hier. Sie hat ein verkürztes Bein. Ihre einzige
Chance ist eine solide Berufsausbildung. Der Vater hat jedoch kein Geld ihr die
zu bezahlen.
Mädchenschicksale im
Foyer Sainte Monique. Das Foyer ist eine Art Internat oder Heim für Mädchen.
Gegründet und geführt von der afrikanischen Ordensschwester Soeur Véronique
Pémou vom katholischen Orden „Institut Badenma“. Außer den Mädchen leben
noch acht Novizinnen hier. Soeur Véronique ist eine selbstbewusste moderne Frau.
Sie hat in Nantes und Lyon Literatur und Theologie mit Magisterabschluss
studiert. Seit einigen Jahren sehen wir uns häufiger, entweder in Burkina oder
in Deutschland. Denn Véronique nimmt regelmäßig an Exerzitien in Frankreich teil
und macht dabei meist einen Abstecher nach Daun um ihre Fre
undin und
Studienkollegin Frau Dr. Reinike zu besuchen.
Unermüdlich ist Soeur Véronique für das Heim, ihr Lebenswerk, auf Sponsorensuche. Zu ihrer großen Freude stellte der Solidaritätskreis dieses Jahr das Geld für einen Klassenraum zur Verfügung. Einige Mädchen haben auch Paten in Deutschland.
Im „Foyer“ leben zurzeit 72 Mädchen, 8 kommen von der Elfenbeinküste, die übrigen sind Burkinabè. Drei stammen aus der Hauptstadt Ouagadougou, die meisten kommen aus abgelegenen Dörfern um Banfora und Bobo-Dioulasso. 42 der Mädchen besuchen Gymnasien und Realschulen in Banfora, insgesamt 5 verschiedene Einrichtungen. Im Heim selbst können die Mädchen eine dreijährige Hauswirtschaftsausbildung machen. Die meisten Mädchen sind Waisen oder kommen aus armen Verhältnissen. Viele kommen auch hierher, weil sie sonst keine Möglichkeit hätten, die Schule zu besuchen oder eine Ausbildung zu machen. Nur 5 Mädchen entstammen wohlhabenderen Familien. So ist denn auch die für Kost und Logis zu entrichtende Summe kein Festbetrag, sondern richtet sich nach den jeweiligen Besitzverhältnissen. Viele Eltern bezahlen in Naturalien, beispielsweise mit Mais oder Erdnüssen. Viele können auch gar nicht bezahlen und sind auf Unterstützung angewiesen. Die Mädchen leben in vier Gebäuden, bereiten ihre Mahlzeiten selbst zu und halten auch ihre Räume sauber.
Soeur Véroniques Ziel ist es den Mädchen, die auf Grund ihrer Herkunft oder familiären Situation Schwierigkeiten haben, eine solide Ausbildung mitzugeben.
Was ihr am Herzen liegt: Zahlreiche Mädchen bewahrt sie vor der Prostitution. Denn, wie sie sagt, geraten allzu häufig die unerfahrenen und naiven Mädchen vom Land auf die schiefe Bahn. Sie kommen ohne Geld in die Stadt, auf der Straße bietet man ihnen Geld an für Liebesdienste. Sie werden schwanger.
Andere kommen in die Stadt um als Küchenhilfen zu arbeiten und werden vom „Hausherrn“ missbraucht. Für diese Mädchen ist Véronique der „rettende Engel“.
Leider platzt das Foyer – ein Stück Paradies in diesem armen Land – aus allen Nähten. Die Leiterin muss viele Bewerberinnen zurückweisen. Momentan kommen besonders viele Anfragen von der Elfenbeinküste, da im Norden dieses Landes wegen der politischen Unruhen die Schulen noch geschlossen sind.
Wenn Sie das Projekt „Foyer Sainte Monique“ unterstützen wollen, spenden Sie an den Solidaritätskreis Westafrika mit dem Vermerk „Foyer Ste. Monique“ oder „Banfora“.