Foyer Sainte Monique

in Banfora

 

Am 26. und 27. Oktober war unsere Reisegruppe im Foyer Sainte Monique zu Gast. Dort unterhält die afrikanische Ordensschwester Soeur Véronique Pémou mit 6 Novizinnen ein Internat für 52 Mädchen, die eine höhere Schule besuchen, und eine Ausbildungsstätte für ca. 20 Mädchen, die nach ihrer Grundschulbildung Nähen, Stricken, Weben und Batiken lernen.

 

Soeur Véronique ist eine selbstbewusste moderne Frau, die in Nantes und Lyon Literatur und Theologie mit Magisterabschluss studiert hat. Als sie noch am Gymnasium unterrichtete, stellte sie fest, das viele Mädchen Probleme an der Schule hatten, weil sie aus einem weit entfernten Dorf kamen und nicht zuhause wohnen konnten. Sie wohnten oft unbeaufsichtigt bei Bekannten und mussten dort hart mitarbeiten. Einige konnten nicht das Kost- und Schulgeld aufbringen. Um dies zu ändern, fuhr Véronique 1996 nach Frankreich, um Sponsoren zu suchen. Mit Unterstützung von katholischen Vereinen und EU-Geldern konnte sie 1999 das Mädcheninternat bauen und im Oktober 2000 konnten die ersten Mädchen einziehen. Das Geld reichte jedoch nicht aus, um alle Gebäude fertig zustellen. Der Solidaritätskreis stellte deshalb 2003 ein Unterrichtsgebäude für 4.600 Euro und 2004 ein weiteres Haus für 12.000 Euro fertig. (s. Bericht 2003)

 

Viele Mädchen sind Waisen oder kommen aus armen Verhältnissen. Die Religions- und Stammeszugehörigkeit spielt bei der Aufnahme keine Rolle. Die Mädchen wohnen in 6-Gruppen zusammen, kochen gemeinsam, teilen sich die Hausarbeit auf und helfen sich gegenseitig. Sie sind glücklich und haben hier eine 2. Heimat gefunden.

Soeur Véroniques Ziel ist es, den Mädchen eine solide Ausbildung mitzugeben und sie vor der Prostitution zu bewahren. Aber all dies ist teuer - Schulgeld und die Unterbringung im Internat kosten im Jahr 300 Euro.

 

Wir haben schon für 13 Mädchen Paten gefunden, aber wir suchen noch weitere Paten,
z. B. für

 

Minata Yao - sie ist 14 Jahre alt und besucht die 3. Klasse im Collège (Realschule). Ihre Familie lebte in der Elfenbeinküste und flüchtete von dort ohne Hab und Gut. Ein Bruder wurde bei den dortigen Unruhen getötet. Sie ist die einzige von 6 Kindern, die eingeschult wurde.

 

Siata Sory ist 13 Jahre alt, sie ist nicht sonderlich gut in der Schule und besucht ebenfalls die 3. Klasse des Collèges. Sie hat noch 8 Geschwister. Ihr Vater hat 2 jüngere Frauen geheiratet und die Mutter von Siata mit ihren Kindern verlassen. Die Mutter ist arbeitslos und versucht auf dem Markt einige Pfennige zu verdienen.

 

Eugenie Sirima ist 12 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf, das 60 km von Banfora entfernt ist. Nach der Grundschule bestand sie die Aufnahmeprüfung zum Collège, das sie in Banfora besucht. Da der Vater kein Einkommen hat, kann er nicht ihre Unterkunft und auch das Schulgeld zahlen. Eugenie hat noch 6 Geschwister, die aber alle nicht eingeschult wurden.

 

Amzata Drabo ist 13 Jahre alt und hat noch einen älteren Bruder, der mit seinem kranken Vater in Ouagadougou lebt. Nach dem Tot ihrer Mutter vor 2 Jahren wurde sie von einer Tante versorgt. Im Oktober kam sie in das Internat und besucht zur Zeit die erste Klasse des Collège.

 

Wer eine Patenschaft übernehmen will, kann gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Wer generell das Foyer Sainte Monique unterstützen will, kann einen Geldbetrag an den Solidaritätskreis überweisen und dabei als Betreff „Foyer Monique“ angeben.

 

Bei unserem Aufenthalt in Banfora haben die Mädchen abends für uns getanzt, Theater gespielt und  eine Modenschau vorgeführt, bei der sie wie europäische Mannequins auftraten. Wir haben viel gelacht und waren von der guten Atmosphäre sehr angetan. Da uns die Firma Weleda großzügig unterstützt, konnten wir jedem Mädchen eine Flasche Weleda-Hautöl schenken, über die sie sich sehr freuten.

 

Mit dem Geld, das die Uersfelder Frauen bei ihrem Kommunionkleiderbazar verdienten, haben wir für die Mädchen, die eine Hauswirtschaftsausbildung erhalten, Farben etc. zum Batiken gekauft, aber auch eine Lehrerin bezahlt, die ihnen Unterricht in der französischen Sprache erteilt.

 

Ach ja, fast hätte ich es vergessen:
5 Schafe und einige Hühner, die wir als Gastgeschenke in verschiedenen Dörfern bekamen, fanden im Foyer Sainte Monique ein neues Zuhause. Ein Schaf fühlte sich so wohl, dass es am Tag nach unserer Abreise zur Freude der Mädchen ein Junges gebar.