Gedanken und Erfahrungen während unserer Rundreise
Liebe Freunde,
zufrieden sind wir von Burkina Faso zurückgekehrt. Es ist wichtig, dass wir jedes Jahr nach Afrika fahren.
Mit einem Taxi-brousse (alter Toyota-Bus) bzw.
einem Pajero besuchten wir mit bis zu 14 Personen
17 Dörfer, in denen wir Schulprojekte durchgeführt haben bzw. durchführen
wollen. Unsere Projekte sind für die Dörfer kein „anonymes“ Geschenk, sondern
Ausdruck einer freundschaftlichen Verbindung. Wir halten es für sehr wichtig,
dass unsere afrikanischen Freunde, die meist weder lesen noch schreiben können,
mit den Projekten Menschen und Gesichter verbinden. Sie können uns ihre
Dankbarkeit zeigen und wir können ihre Gastfreundschaft genießen. Die
Bevölkerung weiß, dass wir wiederkommen werden, und hält die Gebäude in Ordnung.
Auch wir brauchen
diese Fahrt, um unsere
Motivation aufrechtzuerhalten und zu beleben. Wenn man unmittelbar die
Lebenssituation dort „am eigenen Leib“ miterlebt, geht dies viel tiefer „unter
die Haut“, als wenn man nur Berichte im Fernsehen verfolgt.
Es verändert sich auch der Blickwinkel. Plötzlich sehen wir uns und die Welt aus
der Sicht der Afrikaner bzw. aller Not leidenden Menschen. Wir spüren, dass wir
selbst im Überfluss leben, die Ressourcen der Erde für uns beanspruchen und die
Umwelt zerstören. Wir stellen fest, dass die westlichen Politiker - allen voran
die Amerikaner - aus den Ereignissen des 11. Septembers nichts gelernt haben.
Der tiefere Grund es Terrors ist die Ungerechtigkeit in dieser Welt. Seit
Jahrzehnten weisen uns die Entwicklungsländer darauf hin. Es geschieht fast
nichts - es werden schöne Reden geschwungen und große Konferenzen mit großen
Zielen abgehalten. Die USA leisten im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftskraft die
geringste Entwicklungshilfe aller Industrienationen, ratifizieren nicht die
Umweltschutzabkommen, erhöhen ihren Militärhaushalt und glauben mit
militärischen Mitteln die Probleme dieser Welt beheben zu können.
Es berührt mich zutiefst, wenn ich im Fernsehen verfolge, wie wieder ein Schiff
mit Afrikanern, die im „Paradies Europa“ Zuflucht suchen, aufgebracht wird und
die Leute interniert werden.
„Festung Europa“ - mit militärischer Gewalt schützen wir uns vor den Armen
dieser Welt!!
Natürlich können wir nicht alle in unsere Länder aufnehmen, aber wir können ihr
Leben in ihren Heimatländern verbessern. Wer menschenwürdig leben kann, flieht
nicht in fremde Länder!
Wir in den Industrieländern müssen unsere Einstellungen überdenken, den ärmsten Ländern die Schulden erlassen und für eine gerechtere Wirtschaftsordnung sorgen. Terror kann und darf kein Mittel der Politik sein und die Welt darf nicht durch einen Diktator erpressbar werden! Langfristig können wir den Terror aber am wirkungsvollsten bekämpfen, wenn wir für bessere Lebensbedingungen in den benachteiligten Ländern sorgen.
Wir werfen der Generation, die im „1000jährigen
Reich“ gelebt hat, vor, dass sie vieles gewusst, aber nur wenig unternommen hat.
Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir uns nicht viel besser
verhalten: Jeden Tag sterben Tausende von Kindern an Unterernährung und
vermeidbaren Krankheiten.
Viele Dörfer bemühen sich in Burkina Faso schon seit Jahrzehnten um den Neubau
einer Schule, bisher jedoch vergeblich. Die Bevölkerung hat erkannt, dass
Bildung wichtig ist und dass ohne Bildung keine Entwicklung stattfinden kann. Es
ist für mich immer wieder erschreckend zu sehen, welche Bedeutung dem Kapital
auf dieser Erde zukommt. Es gibt genug Lehrer für die Grundschulen, aber es
fehlen die 13.500 Euro, die eine Grundschule kostet. Mit diesem Betrag kann man
entweder einen bescheidenen PKW finanzieren oder ca. 200 neue, dauerhafte
Schulplätze in Burkina Faso schaffen.
Es wird von keinem von uns erwartet, dass er seinen Wohlstand aufgibt, aber wir können etwas von unserem Überfluss abgeben. Genau dies haben unsere Spender im Laufe des vergangenen Jahres wieder getan. Wir konnten im Jahre 2002 für 349.224 Euro Entwicklungshilfeprojekte in Burkina Faso durchführen. Wir erhielten vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für unsere Projekte Zuschüsse in Höhe von 243.627 Euro und investierten aus eigenen Spenden 105.597 Euro.
Wir möchten uns bei unseren Spendern und bei den Damen und Herren im BMZ für das entgegengebrachte Vertrauen ganz herzlich bedanken. Die hohen Zuschüsse motivieren uns, uns noch mehr zu engagieren.
Wir erhalten von vielen Freunden und Firmen regelmäßig Einzelspenden, die wir nicht im einzelnen aufführen wollen. Einige haben auf Geburtstagsgeschenke verzichtet und stattdessen eine Spende an unseren Verein erbeten. Aber wir werden zunehmend auch von Gemeinschaften und Einrichtungen unterstützt. Das Dorf Loogh überließ uns den Reingewinn des diesjährigen Dorffestes in Höhe von 5.250 Euro und die Sportveranstaltung des Restaurants „Der Teller“ erbrachte einen Erlös von 1.523 Euro. Die Realschule Hillesheim veranstaltete zu unseren Gunsten einen Solidaritätslauf und das Regino-Gymnasium Prüm überließ uns den Erlös aus dem Waffelverkauf. Auch der Gerolsteiner Reitsportverein und der Hillesheimer Sportverein unterstützten uns.
Wir freuen uns über jeden gespendeten Euro.
Im Regelfall brauchen wir für den Neubau einer Schule nur 25% der Kosten
aufzubringen. 75% der Kosten trägt das BMZ. So „vervierfacht“ sich jeder von
Euch gespendete Euro und nur so können wir so viele Projekte verwirklichen.
Wir haben in diesem Jahr 3 Collèges mit 3 Verwaltungstrakten, 4 Grundschulen und
19 Lehrerhäuser gebaut und 2 Brunnen gebohrt. Im nächsten Jahr wollen wir, wenn
wir wieder einen Zuschuss des BMZ erhalten, 2 Collèges mit Verwaltungstrakten
und 8 Grundschulen bauen und einrichten,
20 Lehrerhäuser finanzieren und 7 Tiefbrunnen bohren. Unsere Gesamtinvestitionen
würden dann 415.000 Euro übersteigen! Die einzelnen Projekte und die geplanten
Vorhaben für das Jahr 2003 sind auf der letzten Seite dieses Berichtes
aufgelistet.
Mit der Durchführung unserer Projekte sind wir
weitgehend zufrieden. Alle Schulgebäude waren bei Schulbeginn nahezu fertig
gestellt und mit 600 Schulbänken ausgestattet. Der Staat schickt Lehrer in alle
neu gebauten Schulen, sodass ca. 420 Kinder neu eingeschult werden können.
Wenn alle dieses Jahr neu gebauten Klassen voll belegt sind, gehen ca. 1.300
Kinder mehr in die Schule. Wir freuen uns besonders darüber, dass fast genau so
viele Mädchen wie Jungen unterrichtet werden. Auch dieses Jahr haben wir für die
Mädchen in unseren Grundschulen wiederum die Schulmaterialien bezahlt, da wir in
diesem patriarchalisch geprägten Land die Mädcheneinschulung fördern wollen. Die
19 Lehrerhäuser waren weitgehend fertig und z.T. von den Lehrern bereits
bewohnt. Die 2 Brunnen waren bereits gebohrt, in Yéguérésso gab es eine
Fehlbohrung, was uns 1.150 Euro zusätzlich kostete.
Wir haben für jede dreiklassige Grundschule nur noch zwei Lehrerhäuser gebaut. Die jeweilige Dorfbevölkerung haben wir verpflichtet, das dritte Lehrerhaus, das erst vier Jahre später beim Eintreffen des 3. Lehrers benötigt wird, selbst zu finanzieren. Sie haben genügend Zeit, sich darauf vorzubereiten und Gelder einzusammeln. 11 Schulen wurden mit einer Solarbeleuchtung ausgestattet. In Burkina Faso wird es stets um 18.30 Uhr dunkel und in den Dörfern gibt es keinerlei Elektrizität. In den beleuchteten Klassenräumen können die Schüler in Ruhe ihre Hausaufgaben machen und der Lehrer kann für die Erwachsenen Kurse anbieten, denn noch immer sind 80% der Bevölkerung Analphabeten.
Im Jahr 2002 wurden in
Burkina Faso nur 6 Collèges neu eröffnet. Drei dieser Collèges, also 50 % der
Neueröffnungen, wurden von unserem Verein finanziert. Im Jahr 2001 wurden 4
Collèges neu eröffnet, von denen wir ebenfalls 50 % finanziert hatten. Der Bau
von Collèges, die in etwa unserer Hauptschule entsprechen, ist dringend
erforderlich. Die Kinder gehen 6 Jahre lang in die Grundschule und werden im
Alter von ca. 12 Jahren entlassen. Mit einer solchen Ausbildung können sie
keinen anspruchsvollen Beruf ergreifen und zur Entwicklung des Landes beitragen.
Man kann nicht zahlreiche Grundschulen bauen und den Kindern den 2. Zyklus ihrer
Allgemeinbildung vorenthalten. Deshalb beabsichtigen wir im Jahr 2003 wiederum 2
Collèges zu errichten.
Unsere Rundreise ist aber nicht ein „reines Fest“, sondern es gibt auch
Enttäuschungen, und manchmal müssen wir auch unseren Ärger - trotz aller
Gastfreundschaft - deutlich zum Ausdruck bringen.
Da wir nicht einsehen, dass
nur wir Deutsche für die Projekte arbeiten, bestehen wir darauf, dass die
Bevölkerung unentgeltlich Sand und Steine sammelt und notfalls mit Eselkarren
zur Baustelle befördert und während der Bauphase 5 Hilfskräfte kostenlos zur
Verfügung stellt. Der Wert dieser Leistungen beträgt pro Collège ca. 9000 Euro
und pro Grundschule ca. 6000 Euro.
Beim Bau des Collèges Baskoudré (Initiator: Pater Laurent Nadembega), der
Grundschule Bourzanga (Initiator: Ordensschwester Jeanne d’Arc) und des Collèges
Yéguérésso gab es insoweit keinerlei Probleme. Zur Fertigstellung des Collèges
Bilanga mussten wir jedoch für 267 Euro, der Grundschule Nagnongou für 686 Euro,
der Grundschule Mou für 1.067 Euro und der Grundschule Nohoungo für 1.620 Euro
Sand und Steine hinzukaufen. Zwar handelt es sich im Verhältnis zur
Gesamtleistung nur um geringe Beträge, aber dennoch waren wir etwas enttäuscht
und wollen daraus Konsequenzen für die Zukunft ziehen.
Für die Schulen Mou und Nohoungo hatten wir jeweils eine Solarbeleuchtung im
Wert von 1.000 Euro vorgesehen. Da wir jedoch bei diesen beiden Schulen für den
Kauf von Sand und Steinen Mehrkosten hatten, wollen wir dort keine
Solarbeleuchtungen mehr installieren, damit die Dörfer auch merken, dass ihre
geringe Eigeninitiative Konsequenzen hat. Die für Nohoungo vorgesehene
Beleuchtung wollen wir in der bereits 1991 finanzierten Schule Paspanga
einbauen, da diese ausgezeichnete Schulleistungen vorzeigen kann. Die für Mou
vorgesehene Beleuchtung werden wir in der von uns im Jahr 1999 finanzierten
Schule in Kékélesso installieren, da diese Schule sich durch vorbildliche
Baumpflanzungen ausgezeichnet hat.
Für die im Jahr 2003
geplanten 10 Schulen haben wir auf unserer Rundreise Vorverträge abgeschlossen,
die jedoch erst wirksam werden, wenn wir die Zuschüsse des BMZ bewilligt
bekommen und die Dörfer bis zum 15. Januar 2003 jeweils genügend Sand und Steine
für das Gesamtprojekt angesammelt haben.
Wir sind der Auffassung, dass eine Entwicklung dieses Kontinents nur möglich
ist, wenn die Bevölkerung lernt, sich selbst zu engagieren und zu organisieren.
Wir haben daher schon jetzt festgelegt, in welchen anderen Orten wir im Jahre
2003 Schulen bauen werden, wenn vorgesehene Orte wegen Nichtsammeln von
Baumaterial am 15.01.2003 ausfallen sollten.
Auch das Collège Broum-Broum wollen wir noch in diesem Jahr mit Solarenergie ausstatten. Bei unserem Besuch am 1. Oktober mussten wir jedoch feststellen, dass sie die vereinbarte Geldreserve von 150 Euro zur Pumpenreparatur nicht eingesammelt hatten. Wir werden in diesem Ort die Solaranlage im Dezember nur installieren, wenn uns bis zu diesem Zeitpunkt ein entsprechendes Sparbuch vorgelegt wird.
Orte, die sowohl einen
Brunnen als auch eine Solaranlage bekommen, müssen pro Jahr
225 Euro als Rücklage auf ein Sparbuch einzahlen, damit Geld für Reparaturen
bzw. den Nachkauf von Batterien vorhanden ist.
Afrikanern, die oft keine Vorratshaltung betreiben, fällt es manchmal schwer,
Reserven für die Zukunft anzulegen, aber ohne Reserven ist eine langfristige
Unterhaltung nicht gewährleistet. Wir lassen uns in allen Orten, die wir
besuchen, die Sparbücher zeigen bzw. Abhebungen durch Vorlage von Rechnungen
dokumentieren, um ein Umdenken herbeizuführen.
Unsere Rundreise ist immer ein großes
Erlebnis. Ich darf deshalb auf den ausführlichen
Reisebericht
von Marianne Bischoff verweisen, in dem
auch die persönlichen Eindrücke einer solchen Tour deutlich werden.

Ich will nur von den Fahrten berichten, die
nicht alle mitgemacht haben. Während der größere Teil der Gruppe bei Soeur
Véronique in Banfora blieb, fuhren 5 Personen mit dem Pajero nach Kelia I,
wo wir im Jahr 2001 eine Schule gebaut haben. Für unseren 1. Besuch in Kelia I
benutzten wir Mopeds, denn dieses Dorf liegt abseits jeder Piste. Diesmal fuhren
wir mit dem Allrad in eine Kneipe an der Hauptverkehrsstraße und versuchten
einen Mann zu finden, der uns den Weg zu diesem Ort zeigen konnte. Dies gelang
uns auch schnell, und nachdem er mit unserem Geld sein Moped betankt hatte, ging
es los. Er fuhr vor uns her - es gab nur Trampelpfade und links und rechts stand
meterhoch die Hirse. An kritischen Stellen hielt er an, manchmal mussten wir
aussteigen, um Felsbrocken und Baumstümpfe zu erkunden. Anselm erwies sich als
ausgezeichneter „Off-Road-Fahrer“ und hatte seine Freude an dieser Tour. Da der
Pajero schon 14 Jahre alt ist, kommt es auf Kratzer und Schrammen nicht mehr an.
Unser Bus wäre schon nach einem halben Kilometer hoffnungslos liegen
geblieben.
Es ging über eine sehr schmale Brücke - wir stiegen aus, um Anselm zu
dirigieren. Als wir nach 6 km schließlich das Dorf erreichten, wurden wir
frenetisch begrüßt. In dieser Gegend haben die Frauen das Sagen - sie hatten
sich intensiv für den Bau der Schule eingesetzt und Sand und Steine gesammelt.
Und siehe da, in der 1. Klasse gab es 44 Mädchen und 25 Jungen! So etwas hatten
wir noch nicht erlebt. Die Kinder sangen, tanzten und sagten Gedichte auf. Von
ihrem Lehrer waren wir begeistert - er hatte mit ihnen viele Bäume gepflanzt und
hielt abends bei Solarbeleuchtung Alphabetisierungskurse für Erwachsene. Der von
uns finanzierte Brunnen hatte eine Tretpumpe, wurde eifrig benutzt und die
Instandhaltungsrücklage war ordnungsgemäß angespart. Das Dorf feierte die ganze
Nacht durch - wir schliefen mit Ohrstöpseln in einiger Entfernung im Freien in
unseren durchsichtigen Moskitozelten
unter einem phantastischen Sternenhimmel.
Am nächsten Morgen wurden die Gastgeschenke ausgetauscht und unser Schaf und die
Hühner auf unserem Dachgepäckträger festgezurrt. Dann fuhren wir 7 km weiter in
den Ort Mou (gleichnamig mit dem 1. Ort unserer Rundfahrt). Dort wurden
wir vom ganzen Dorf begrüßt. Die Frauen hatten schon große Mengen Steine und
Sand gesammelt und an der vorgesehenen Baustelle zusammengetragen. Die Frauen
kennen unsere Schule in Kelia I, sie wollen nicht zurückstehen, und wir sind
sicher, dass wir während der Bauphase in diesem Dorf keinerlei Probleme haben
werden.
Und weiter gings nach Bobo Dioulasso - ein Kurzbesuch bei Anselms Eltern - das
Schaf und die Hühner finden ein neues Zuhause.
Dann fuhren wir nach Pala an der Stadtgrenze von Bobo. Seit 1981 gibt es
dort eine dreiklassige Schule mit jeweils 60 Kindern pro Klasse. Bei ca. 600
Kindern im schulpflichtigen Alter beträgt die Einschulungsquote ca. 28%. Seit
Jahren sucht man einen Sponsor für eine Schulerweiterung um 3 Klassen.
Entsprechend freundlich wurden wir am 3. Oktober willkommen geheißen. Während
eines heftigen tropischen Gewitters hatten wir ausreichend Zeit in einem der
alten Klassenräume zu essen und über das Projekt zu diskutieren. Wegen der Nähe
zur Großstadt ist der Bau von Lehrerhäusern nicht zwingend notwendig. Es gibt
einen Brunnen in der Nähe, aber die Pumpe muss wohl erneuert werden. Es war
schon dunkel als wir mit unserem Pajero in Koundougou ankamen und die
andere Gruppe wieder trafen.
Auch bei dem 2. Teil unserer Rundreise teilte
sich unsere Gruppe auf. Einige blieben in Nohoungo und weihten dort die
neue Schule ein. Die anderen fuhren weiter nach Baskouré, um das neu
gebaute Collège zu besichtigen. Zu unserer großen Überraschung wurden wir dort
von niemandem erwartet, aber es gab eine Kneipe, wo man kaltes Bier und Cola
trinken konnte. Als es dunkel wurde, kam Pater Nadembega, der Initiator des
Projekts, mit dem Auto angefahren. Da wir schon unendlich viele Hühnchen
gegessen hatten, baten wir ihn, uns ein Omelett zu besorgen. Wir bauten unsere
Zelte im Dunkeln bei einem Lehrerhaus auf und tatsächlich, Pater Nadembega kam
mit einem Omelett und einigen Flaschen Bier. Wir machten es uns unter dem
Sternenhimmel gemütlich. Götz hatte Fotos mit seiner Digitalkamera gemacht und -
abgeschieden von der Welt - gab es eine phantastische Diashow auf seinem Laptop. Um 6 Uhr morgens besuchte ich
die Messe in der Mission und als ich zurückkam, war Pater Nadembega aus Koupéla
angereist, hatte Stühle mitgebracht und für uns frisches Baguette und ½ Pfund
Butter gekauft. Es war ein richtiges festliches Frühstück, denn Butter haben wir
auf unserer Rundreise nie bekommen. Bevor sie in der Sonne verlaufen konnte,
hatten wir alles verzehrt.
Zur Einweihungsfeier kamen zahlreiche Schulkinder und auch der Hohe Kommissar
der Provinz Kouritenga. Er hatte uns am Vortag auf unserem Fußmarsch nach
Nohoungo begleitet und schenkte uns nun eine schöne handgearbeitete Aktentasche.
Alsdann zeigten wir der staunenden Bevölkerung, wie schnell wir unsere 5 Zelte
abbauen und samt Luftmatratzen auf dem Dachgepäckträger befestigen konnten, und
schon ging es weiter nach Bilanga. An dem neu gebauten Collège wurden wir
nur von den Bauarbeitern erwartet. Diese beschwerten sich bitter darüber, dass
die Bevölkerung seit einigen Wochen die Mitarbeit eingestellt habe.
Wir teilten dem Vereinsvorstand und dem Dorfchef unsere große Enttäuschung mit,
man entschuldigte sich, aber ein bitterer Beigeschmack blieb zurück. Im „Maison
des femmes“ wurden
wir bewirtet, aber es gaben keine Einweihungsfeier und kein
Austausch von Geschenken. Meine Messer, Sonnenbrillen und Mützen gab ich den
Bauarbeitern, die hart für das Collège arbeiten mussten.
Am nächsten Morgen fuhren wir zu einem Kurzbesuch in das abgelegene Dorf
Nagnongou.
Zwar hatte man auch dort nicht genug Baumaterial gesammelt, aber die
Bevölkerung und die Ältesten des Dorfes begrüßten und beschenkten uns, was uns
wieder versöhnte.
Wir sagten „unsere Sprüche“ auf, jedes Kind solle jedes Jahr einen Baum
pflanzen, sodass die Schule nach einigen Jahren in einem schattigen Wald stände,
und untermauerten diesen Wunsch durch Überreichung einer Gießkanne. Mit Hühnern
und Ziege ging es wieder zurück Richtung Nohoungo. Treffpunkt war ein großer
Baum an einem Erosionsgraben, den unser Bus nicht bewältigt bekam. Der Rest der
Gruppe musste zu Fuß die 3 km zurückmarschieren, das Gepäck, die geschenkten
Hühner und ein Schaf wurden auf einem Eselskarren herantransportiert und dann
ging es zurück nach Ouagadougou.
Abends feierten wir im Waisenheim AMPO den 25. Geburtstag meiner Tochter
Claudia. Die Kinder freuten sich über das Schaf und das Geflügel. Am nächsten
Tag wurden mit 5 Orten, in denen wir 2003 Schulen bauen wollen, die Vorverträge
unterzeichnet und mit den Bauunternehmern die Preise ausgehandelt, bevor es zum
Flughafen zum Einchecken ging.
Wir werden auch nächstes Jahr vom 18. - 31.
Oktober wieder mit einer Gruppe nach Burkina Faso fliegen. Wer mitfliegen will,
sich durch diesen Bericht nicht abschrecken lässt und sich körperlich und
psychisch fit fühlt, kann gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Er sollte sich jedoch
bis zum Jahresende bei uns melden, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Alle Interessierten laden wir schon jetzt zu
einem Diaabend am Freitag, den 07. März 2003, um 20.00 Uhr in das Pfarrheim
Hillesheim ein.
Um 19.00 Uhr findet dort auch die Mitgliederversammlung und Vorstandswahl
unseres Vereins statt, zu der ich hiermit einlade.
Diejenigen, die eine E-Mail Adresse haben und
regelmäßiger über unsere Arbeit unterrichtet werden wollen, mögen sie uns
bekannt geben, denn wir übermitteln per E-Mail kostengünstig Zwischenberichte.
Diejenigen, die keine E-Mails mehr von uns haben wollen, mögen uns dies
ebenfalls kurz mitteilen.
Danken möchten wir hiermit unseren zahlreichen afrikanischen Freunden, die sich für unsere Projekte tatkräftig eingesetzt und ihre Dorfbevölkerung jeweils mobilisiert haben.
Unser größter Dank gilt aber unseren zahlreichen großzügigen Spendern, die uns die Realisierung solch zahlreicher Projekte ermöglichten und uns hoffentlich auch weiterhin unterstützen.
Es grüsst Euch
Charly Simonis