Liebe Freunde,
im Jahr 2001 haben wir 642.015 DM nach Burkina Faso überwiesen. Die einzelnen Projekte und geplanten Vorhaben für das Jahr 2002 sind in "Projekte" aufgelistet.
Wir erhielten vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) für unsere
Projekte Zuschüsse in Höhe von insgesamt 422.854 DM und investierten aus
eigenen Mitteln fast 200.000 DM.
Wir möchten uns bei unseren Spendern
und bei den Damen und Herren im BMZ für das uns entgegengebrachte Vertrauen
ganz herzlich bedanken. Die hohen
Zuschüsse motivieren uns, uns noch mehr zu engagieren. Wir erhalten von vielen
Freunden und Firmen regelmäßig Einzelspenden, die wir nicht im einzelnen aufführen
wollen. Des öfteren verzichten Bekannte auf Geburtstagsgeschenke und erbitten
stattdessen eine Spende an unseren Verein. Aber wir werden zunehmend auch von
Gemeinschaften und Einrichtungen aus der gesamten Eifel unterstützt:
Die Frauengemeinschaften Hinterweiler und Nohn überließen uns den Erlös ihrer
Basare. Der Weltladen Mayen, die evangelische Kirchengemeinde in Gerolstein, die
katholische Arbeiterbewegung Bitburg und die öffentliche katholische Bücherei
Hillesheim stellten uns größere Beträge zur Verfügung. Die Schüler und
Lehrer der Realschule Schleiden überraschten uns mit einer Spende von über
7.600 DM und das Restaurant „ Der Teller“ stellte uns den Erlös einer
Sportveranstaltung zur Verfügung. Wir freuen uns über jede gespendete Mark.
Mit einem Taxi-brousse (alter Toyotabus) besuchten wir 17 Dörfer, in denen
wir Schulprojekte durchgeführt haben. Ich
darf auf den ausführlichen Reisebericht von Rita Krieger und Monika
Freisberg-Hundemer hinweisen.
Mit der Durchführung der Projekte waren wir sehr zufrieden. Die neuen Gebäude
waren einwandfrei und ohne Mängel errichtet worden. Die Schüler haben
zahlreiche Bäume gepflanzt, vor allem an den Schulen, wo wir Zäune zum Schutz
vor Tierverbiss mitfinanziert haben. Die Rücklagen von jeweils 300 DM pro Jahr
für die Unterhaltung der Pumpen waren in den meisten Dörfern ordnungsgemäß
angesammelt worden.
In diesem Jahr bauten wir in Kelia I, Dankoblé, Moanéga, Nagséné, Gaskinde
und Rondo jeweils dreiklassige Grundschulen und in Satiri eine vierklassige
Realschule mit Verwaltungstrakt. Alle Schulgebäude waren bei Schulbeginn am 1.
Oktober fertiggestellt und mit 500 Schulbänken ausgestattet. Der Staat hatte in
alle Schulen Lehrer geschickt, so dass ca. 480 Kinder neu eingeschult werden
konnten. Wenn alle dieses Jahr neu gebauten Klassen voll belegt sind, gehen ca.
1.400 Kinder mehr in eine Schule. Wir freuen uns besonders darüber, dass fast
genau so viele Mädchen wie Jungen unterrichtet werden. Auch dieses Jahr haben
wir für die Mädchen in unseren Grundschulen wiederum die Schulmaterialien
bezahlt und ausgeteilt, da wir in diesem patriarchalisch geprägten Land die Mädcheneinschulung
fördern wollen. Die 15 Lehrerhäuser waren fertig und von den Lehrern bereits
bewohnt. Fünf Brunnen waren bereits gebohrt, in Gaskinde gab es 2
Fehlbohrungen, und zur Zeit überlegen wir, ob weitere Bohrungen sinnvoll und
finanziell vertretbar sind.
Da die meisten Schulen keine Nahrungsmittel mehr von Wohltätigkeitsorganisationen
bzw. vom Staat für die Schulspeisung erhalten, und die von uns finanzierten Schülerkantinen
kaum benutzt wurden, haben wir dieses Jahr nur noch kleine Küchen finanzieren
und das dadurch eingesparte Geld dazu verwandt, 10 Schulen mit einer
Solarbeleuchtung auszustatten. In Burkina Faso wird es stets um ca. 18.30 Uhr
dunkel und in den Dörfern gibt es keinerlei Elektrizität.
In den beleuchteten Klassenräumen können die Schüler in Ruhe ihre
Hausaufgaben machen, und der Lehrer kann für die Erwachsenen Kurse anbieten,
denn noch immer sind 80 % der Bevölkerung Analphabeten. Bereits gebaute
Schulen, die sich besonders engagieren und die zahlreiche Bäume pflanzen,
werden wir nachträglich mit Solarbeleuchtung ausstatten.
Wir haben in diesem Jahr für jede dreiklassige Grundschule nur noch zwei
Lehrerhäuser gebaut. Die jeweilige Dorfbevölkerung haben wir verpflichtet, das
dritte Lehrerhaus, das erst vier Jahre später beim Eintreffen des 3. Lehrers
benötigt wird, selbst zu finanzieren. Sie haben genügend Zeit, sich darauf
vorzubereiten und Gelder anzusammeln.
Wir genossen die Gastfreundschaft der Dörfer und wurden mit vielen
Geschenken beglückt. Es wurde viel gesungen und getrommelt und die Schüler führten
Tänze auf. In Nagséné fand die Haupteinweihungsfeier für unsere Projekte
statt, von der auch in der „Tagesschau“ von Burkina Faso dreimal ausführlich
berichtet wurde. Bei dieser Gelegenheit hat der Minister für Grundschulen und
Alphabetisierung des Landes Burkina Faso unserem Verein, in Burkina Faso
„Association Solidarité Afrique de l’Ouest - A.S.A.O.“ genannt, den Orden
„Ordre du Mérite“ und unserem Repräsentanten Anselm Sanou und mir eine
Auszeichnung verliehen. Wir haben auch Orte besucht, an denen wir im nächsten Jahr Schulen
bauen wollen. Mit fünf Partnerschaftsvereinen haben wir schon vorläufige
Verträge über die Durchführung der zukünftigen Projekte abgeschlossen und sie
aufgefordert, sofort mit dem Sammeln von Sand und Steinen zu beginnen. Insgesamt wollen wir im Jahre 2002 in verschiedenen
Provinzen von Burkina Faso drei Realschulen, drei Verwaltungstrakte, fünf Grundschulen und 19 Lehrerhäuser bauen sowie 2 Brunnen bohren.
Wir rechnen mit Kosten in Höhe von 647.668,- Mark und hoffen auf einen Zuschuss
des Ministeriums für Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit
von 476.493,- Mark, sodass wir einen Eigenanteil von 171.175,- Mark aufbringen müssen.
Während der Rest unserer Reisegruppe in unserer Gesundheits- und Entbindungsstation in
Nohoungo blieb, besuchte ich mit Anselm noch 10 weitere Dörfer. Für diesen
Zweck hatte uns
Anselms Bruder seinen Allrad und der burkinische Staat einen Chauffeur zur Verfügung
gestellt. Wir besuchten das Dorf Towogdou,
in dem wir bereits voriges Jahr eine Schule gebaut hatten. 73 Kinder sind in
der Klasse, 43 Jungen und 30 Mädchen. In der Gegend von Towogdou gab es bisher
keine Grundschule, so dass die Einschulungsquote Null betrug. Die nächste Grundschule war 17 km entfernt. Towogdou
liegt „am Ende der Welt“. Es gibt keine Straßen, sondern nur Pfade zu solch
abgelegenen Dörfern. Der Dorfchef war in den nächsten größeren Ort gekommen
und stieg in unseren Allrad ein, um uns den Weg zu zeigen. Die letzten Kilometer
fuhr ein Fahrradfahrer vor uns her, und wir konnten ihm kaum durch das Meer der
2 - 3 m hohen Hirsefelder folgen. Wir kamen erst in der Dämmerung an und sofort
begann die Begrüßungszeremonie. Die
Trommler und Tänzer kamen so nahe an uns heran und wirbelten so viel Staub auf,
dass man kaum mehr atmen konnte. Nach der Zeremonie bekam ich zu allem Überfluss
Durchfall, so dass ich mir das Essen sparen konnte. Es ist wirklich gut, dass
wir bei jeder Schule und bei jedem Lehrerhaus einen Abort bauen - eine tiefe
Grube, die mit einer Betonplatte zugedeckt ist, in deren Mitte sich ein Loch
befindet. Es gibt auch eine Mauer rundherum und freie Sicht in den Himmel. Wir
bauten unser Zelt im Freien auf; das ganze Dorf schaute uns zu. Trotz Ohrenstöpsel
habe ich in der Nacht kaum geschlafen, denn es wurde stundenlang getanzt und
getrommelt.
Am nächsten Tag begleitete uns ein Mopedfahrer zur Stadt Bilanga,
die 20 km entfernt liegt. Ohne Allrad wären wir nie ans Ziel gekommen und mit
einem Fahrrad wären wir doppelt so schnell gewesen. In Bilanga besuchten wir
erst den Dorfchef. Er saß mit den Ältesten des Dorfes im Schatten auf einem
Fell. Kalebassen mit Wasser wurden
rumgereicht und eine junge Frau sang - begleitet von einem Flötenspieler -
Lobeshymnen auf die „Allemands“. In meinem schlechten Französisch hielt ich
die „übliche Ansprache“ und erläuterte die Bedingungen, die wir an die Dörfer
stellen, die von uns ein Projekt finanziert haben wollen. Dann wurde mit dem örtlichen
Verein der Ablauf des Projekts durchdiskutiert, ein Vorvertrag geschlossen und
der Bauplatz besichtigt. Wir wollen in Bilanga im nächsten Jahr eine Realschule
bauen. Nach den neuen staatlichen Richtlinien für die Eröffnung von
Realschulen müssen nunmehr nicht mehr 5 große Lehrerhäuser gebaut werden,
sondern nur noch 4 Häuser, wobei die Größe nicht mehr vorgeschrieben ist. Wir
werden daher ab nächstem Jahr nur noch 4 kleinere Lehrerhäuser bauen, wie wir
sie auch für die Grundschulen errichten, denn wir wollen die Schüler und nicht
die Lehrer fördern und sehen auch nicht ein, dass Realschullehrer größere Häuser
erhalten als Grundschullehrer. Da schon Wasser und Strom an der Baustelle ist,
brauchen wir keine Brunnen zu bohren und keine Solarbeleuchtung zu installieren.
Das so gesparte Geld ermöglicht uns die Durchführung weiterer Projekte.
Mindestens 20 Männer waren im Vorstand des örtlichen Entwicklungsvereins -
Frauen gab es lediglich, um für alle das Essen zu kochen und zu servieren. Ich
konnte es mir nicht verkneifen, nur die Frauen zu beschenken, zumal ich für so
viele Männer nicht genug Sachen dabei hatte. Die Firma „Apollo“
hat uns sehr viele Sonnenbrillen geschenkt, die sehr begehrt waren. Von der
Firma „Weleda“ haben wir viele
Tuben mit Cremes und Ölen bekommen, die für die von der Sonne ausgetrocknete
Haut eine Wohltat sind. Im übrigen haben wir Taschenmesser und kleine
Solarrechner besorgt, denn der Austausch von Geschenken gehört zu jeder
Zeremonie.
Die Provinz Gnagna hat unter den 45 Provinzen Burkina Fasos die
zweitschlechteste Einschulungsquote - nur 8 % aller schulpflichtigen Kinder
besuchen eine Schule. Daher wollen wir im nächsten Jahr in Nagnongou eine neue Grundschule bauen. Von den über 300
schulpflichtigen Kindern gehen nur 5 Kinder zur Schule. Sie wohnen bei
Verwandten im 15 km entfernten Schulort.
Von Bilanga fuhren wir auf einer guten Piste nach Koupéla und machten einen
Abstecher ins Dorf Nakaba, wo wir 1996 eine Schulerweiterung finanziert haben. Die
Lehrer begrüßten uns freundlich. Wir überzeugten uns, dass alle Gebäude in
Ordnung waren und der Brunnen funktionstüchtig war. Der Solarkocher, den wir
damals zur Einweihungsfeier mitgebracht hatten, wurde benutzt.
Dann ging es weiter nach Baskouré. In
Baskouré gibt es lediglich ein Collège, das der Priesterausbildung dient und
von Mädchen nicht besucht werden kann. Daher hat der Priester Laurent Nadembega
von der Diözese Koupéla bei uns den Antrag zum Bau einer staatlichen
Realschule gestellt. Wir freuen uns, wenn sich Priester und Ordensleute für die
Entwicklung ihres Landes einsetzen und arbeiten dann auch gerne mit ihnen
zusammen. Wir wurden von der Dorfbevölkerung aufs herzlichste begrüßt und übernachteten
in der Mission. Der Priester hatte die Bevölkerung gut vorbereitet und
mobilisiert, so dass wir ihr am Abend das Projekt ausführlich vorstellen
konnten. Unser Repräsentant wird mit diesem Schulbau nicht viel Arbeit haben,
denn der Priester wird das Sammeln von Sand und Steinen überwachen. Wir haben
uns als Gäste in der Mission sehr wohl gefühlt und morgens im Gottesdienst spürte
ich, dass unsere Projektarbeit „gesegnet“ ist, was auch immer ein jeder
darunter verstehen mag. Auch hier brauchen wir keine Brunnenbohrung zu
finanzieren, da sich auf dem Bauplatz für die Schule und für die Lehrerhäuser
bereits ein Brunnen befindet.
Übrigens wollen wir, wenn wir Zuschüsse vom BMZ bekommen, auch eine
private katholische Grundschule in Bourzanga
finanzieren. Die Schule wird von den Ordenschwestern „Soeurs de
Sainte-Marie“ geleitet werden, untersteht jedoch der staatlichen Schulaufsicht
und gemäß den Gesetzen von Burkina Faso müssen auch katholische Privatschulen
alle Kinder unabhängig von ihrem sozialen Status und von ihrer Religion
aufnehmen. In der Diözese von Ouahiguya sind
90 % der Bevölkerung Muslime, sodass auch mehr muslimische als
christliche Kinder die neue Schule besuchen werden. Die Ordensschwestern bieten
Gewähr für eine gute Ausbildung und sorgen dafür, dass viele Mädchen
eingeschult werden. Für den Bau der Grundschule mit Zaun inklusive Einrichtung
und Solarbeleuchtung rechnen wir mit Ausgaben in Höhe von 40.900 DM, da wir
keine Lehrerhäuser und keinen Brunnen finanzieren müssen. Dies bedeutet bei
180 neuen Schulplätzen, dass wir pro
Schulplatz nur 227 DM investieren müssen!
Von Baskouré fuhren wir weiter in Richtung Dagantenga. Unter einem Baum bei der Abzweigung von der Hauptstraße wartete
ein Mopedfahrer auf uns, um uns den Weg ins Dorf zu zeigen. Bei ihm war ein
junges Paar mit einem Kind, das sehr krank war. Anselm Sanou lud das Paar samt
Kind sofort in unser Auto, und wir fuhren in das nächste Krankenhaus nach Tenkodogo,
nachdem wir ihnen das Geld für die Behandlung geschenkt hatten. In Tenkodogo
besuchten wir eine katholische Realschule, die wir im Jahr 2000 finanziert
hatten. Diese Schule hat einen sehr
guten Ruf und Mädchen aus entfernten Dörfern können im angegliederten
Internat wohnen.
Mit 2 ½
Stunden Verspätung kamen wir in Dagantenga
an, aber die Bevölkerung hatte Verständnis dafür, dass wir erst das Kind
wegfahren mussten. Hier gibt es 6 Klassen und die Lehrer wünschen sich von uns
eine Solarbeleuchtung und einen Zaun. Wir erklärten uns bereit, dies zu
finanzieren, sobald die Geldreserve für den Brunnen aufgefüllt, Schulbänke
repariert und weitere Bäume gepflanzt seien. Nach dem Mittagessen fuhren wir
von Mopeds begleitet wieder zurück. Unterwegs trafen wir einen Mopedfahrer aus
dem Dorf Kidibin, der uns auf der
weiteren Strecke den Weg zeigte. Die dortige Bevölkerung wünschte sich den Bau
eines 3. Lehrerhauses. Da aber eine Lehrerin mit einem Lehrer verheiratet war
und beide nur 1 Haus bewohnen, konnte ich den Wunsch schnell abschlagen.
Mit einigen
geschenkten Hühnern und Hüten im Gepäck ging es auf abenteuerlichen Pisten
weiter nach Tensobentenga, wo wir
1997 eine Realschule gebaut hatten. Die Dorfbevölkerung hatte schon 2 Stunden
auf uns gewartet und als wir schließlich ankamen, gab es ein tropisches
Gewitter, sodass die Begrüßung buchstäblich ins Wasser fiel. Über den
wohlbeleibten Direktor dieser Schule habe ich mich sehr geärgert. Er machte große
Worte, aber tat nichts! Alle Bäume, die wir zur Einweihungsfeier mit dem
deutschen Botschafter gepflanzt hatten, waren eingegangen. In dem großen Gelände
um den Verwaltungstrakt, das wir umzäunt hatten (50m x 50m), stand kein
einziger Baum, sondern es glänzte nur das große Schild „Garten der
Freundschaft“. Die Reserve für die Pumpe war nicht ordnungsgemäß
angesammelt worden und bei vielen Bänken fehlten die Schrauben. Ich machte den
Lehrern klar, dass wir solange keine Solarbeleuchtung finanzieren, bis alle 307
Schüler je einen Baum gepflanzt haben und die Pumpenreserve ordnungsgemäß
aufgefüllt sei. Die ersten 10 Bäume pflanzten wir sofort, aber Anselm wird im
Januar noch mal in das Dorf fahren und kontrollieren, ob sie ihre Versprechen
erfüllt haben. Ich halte es für wirklich notwendig, die von uns gebauten
Schulen ab und zu zu besuchen, denn dann werden sie von der Bevölkerung besser
gepflegt und in Ordnung gehalten. Die
Schüler beglückte ich - wie alle
anderen Schulen - mit einem Lederfußball, einer großen Weltkarte des BMZ und
mit über 100 Kulis. Wir mussten wegen des Regens unsere Zelte in einer
stickigen Klasse aufbauen, aber dafür war es nachts angenehm ruhig - kein
Trommeln und kein Tanzen !
Am nächsten Morgen fuhren wir nach Bondoudoum.
Da an Donnerstagen an den Grundschulen kein Unterricht stattfindet, trafen
wir den Lehrer nicht an, denn er war mit seinem Moped in die Stadt gefahren.
Bondoudoum ist der einzige Ort, in dem die Eltern ihre Kinder ungern in
die Schule schicken. Es sind nur jeweils ca. 23 Kinder in einer Klasse und
dieses Jahr wurden keine Kinder eingeschult, da die Eltern ihre Kinder nicht
anmeldeten. Der Präfekt und der Schulrat haben versucht, die Eltern zu
mobilisieren, aber leider vergeblich. Unser Verein zahlt als Anreiz für alle
Kinder -auch für die Jungen- die Schulmaterialien, aber bisher ohne
durchschlagenden Erfolg. Auch in Wobzoughin
trafen wir den Lehrer nicht an. Wir waren aber begeistert von dem „Wald“,
den der Lehrer mit den Schülern angelegt hat. Die Bäume sind schon 1,5 m hoch
und bald kann der Zaun versetzt und damit der „Wald“ vergrößert werden.
Als wir in Koupéla in einer Kneipe eine Cola tranken, kam zufällig der Lehrer
mit einem Elternvertreter vorbei und wir luden ihn zu einem Bier ein. Da der
Lehrer sehr engagiert ist, werden wir seine Schule durch die Installation einer
Solarbeleuchtung im nächsten Jahr belohnen.
Dann fuhren wir zurück nach Ouagadougou, wo wir die restliche Gruppe
trafen. Wir konnten uns nur kurz aufhalten, denn wir hatten ein Gespräch bei
ONPF, der Firma, die für uns dieses Jahr bereits 5 Brunnen gebohrt hat.
Wir diskutierten über die Kosten der 2 Fehlbohrungen in Gaskindé.
Im Sahel sind 40 % aller Bohrungen trotz gründlicher Voruntersuchungen
negativ, was für uns mit großen Risiken und erheblichem Geldaufwand verbunden
ist. Darüber konnte uns das „Arbeitsessen“ in einem vornehmen Restaurant,
zu dem uns der Direktor einlud, nicht hinweg trösten.
Wir werden auch nächstes Jahr vom 28. September - 12. Oktober 2001 wieder
mit einer Gruppe nach Burkina Faso fliegen. Wer mitfliegen will, sich durch
diesen Bericht nicht abschrecken lässt und sich körperlich und psychisch fit fühlt,
kann gerne mit uns Kontakt aufnehmen.
Alle Interessierten laden wir schon jetzt zur Vorführung unseres Videos am
Freitag, den
15. Februar 2002, um 20.00 Uhr in
das Pfarrheim Hillesheim ein.
Um 19.15 Uhr findet dort auch die Mitgliederversammlung unseres Vereins statt,
zu der ich hiermit einlade.
Wer nicht kommen kann, möge sich bei mir melden, ich werde ihm eine Kopie des
Videos zuschicken.
Diejenigen, die eine E-Mail Adresse haben
und regelmäßiger über unsere Arbeit unterrichtet werden wollen, mögen sie
uns bekannt geben, denn wir übermitteln per E-Mail kostengünstig
Zwischenberichte. Diejenigen, die keine E-Mails mehr von uns haben wollen, mögen
uns dies ebenfalls kurz mitteilen.
Danken möchten wir hiermit unseren zahlreichen afrikanischen Freunden, die sich
für unsere Projekte tatkräftig eingesetzt und ihre Dorfbevölkerung jeweils
mobilisiert haben.
Unser größter Dank gilt aber unseren zahlreichen großzügigen Spendern,
die uns die Realisierung solch zahlreicher Projekte ermöglichten und uns
hoffentlich auch weiterhin unterstützen.

Charly Simonis