Unsere Projekte 2007
Liebe Freunde
vom 6. – 20. Oktober 2007 waren wir wieder auf Rundreise in Burkina Faso. Von Luxemburg flogen wir mit einer kleinen Zubringermaschine nach Paris und von dort mit 10 Personen (6 Männer und 4 Frauen) nach Ouagadougou. Da wir sehr viele Dörfer besuchen mussten, fand die Rundreise wieder in 2 Gruppen statt.
Unser Repräsentant Anselm Sanou hatte von der Ordensschwester Soeur Véronique einen Toyotabus gemietet, der recht gut in Ordnung war. Er kostete inklusiv Fahrer und Helfer 45,60 Euro pro Tag; zusätzlich mussten die Dieselkosten bezahlt werden. In den ersten 5 Tagen begleiteten uns 3 junge Männer, die in Ouagadougou ihren Zivildienst ableisten, und Malte Höpfner, der ½ Jahr in Burkina Faso studiert. Auch Anselm und seine Schwägerin Gussi gehörten zur Reisegruppe, sodass wir insgesamt 18 Personen waren. Mit dem Bus haben wir die Dörfer besucht, die nahe an den Pisten lagen. Es herrschte stets eine gute Stimmung und Süßigkeiten und Nüsse sorgten für Abwechslung.
Die 2. Gruppe fuhr mit Götz Krieger im Allrad, der eine Klimaanlage hat. Diese Gruppe musste bedeutend weitere Strecken zurücklegen, sie kam aber auch schneller voran. Sie besuchte entlegene Orte, in die man mit dem Bus wegen der Straßenverhältnisse nicht fahren konnte. Jedes Fahrzeug legte in den 13 Tagen über 2.200 „afrikanische Kilometer“ zurück. Wir besuchten 32 Dörfer und abends trafen sich die beiden Gruppen in einem Ort und übernachten zusammen in Zelten.
An 6 Tagen wurden wir von jeweils 2 bewaffneten Polizisten begleitet, die in einem Motorrad vor uns her fuhren und auch nachts Wache schoben. Vor 4 Jahren war unsere Reisegruppe überfallen und ausgeraubt worden. Da wir in der ersten Woche durch unsicheres Gebiet fuhren, hatten wir unsere Reiseroute geheim gehalten und Begleitschutz angefordert. Unsere Reise hat schon halboffiziellen Charakter, sodass die staatlichen Stellen um unsere Sicherheit bemüht sind.
Wir wurden von den
Dorfbewohnern sehr gastfreundlich aufgenommen und sie haben sich ganz herzlich
für die Projekte bedankt. Auf den zahlreichen Einweihungsfeiern haben die Kinder
eifrig
getanzt und gesungen. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass nunmehr sehr
viele Mädchen die Grundschulen besuchen. In vielen von uns finanzierten
Grundschulen sind mehr Mädchen als Jungen eingeschult. Eine solch schnelle
Veränderung hätte ich nie für möglich gehalten. Da der Staat nunmehr das
Schulmaterial bezahlt, brauchen wir die Einschulung von Mädchen nicht mehr durch
den Kauf von Heften, Kulis etc. fördern. Wir sind der Auffassung, dass vor allem
die Einschulung von Mädchen zu einer Geburtenreduzierung beiträgt, denn ein
Mädchen, das eine Schule besucht, wird weniger Kinder bekommen. Jede Frau in
Burkina Faso bekommt derzeit durchschnittlich 6,5 Kinder, was auch für Afrika
außergewöhnlich hoch ist.
Wir haben festgestellt, dass die von uns finanzierten Collèges vollkommen überfüllt sind. Die Eingangsklassen haben fast alle über 100 Schüler und oft gibt es mehrere Parallelklassen, um dem Andrang gerecht zu werden. Man hat in Burkina Faso in den letzten Jahren zahlreiche Grundschulen gebaut, aber den Bau der weiterführenden Collèges vernachlässigt. Da oft mehrere Eingangsklassen gleichzeitig eingeschult wurden, sind die von uns gebauten 4 Klassen bereits voll belegt, sodass eine weitere Einschulung im Oktober 2008 nicht mehr erfolgen kann. Deshalb müssen wir gewisse Umplanungen in unserem Schulbauprogramm 2007/2008 vornehmen. Wir haben die Bohrung von 4 Tiefbrunnen wieder gestrichen, da man nachträglich leicht noch Bohrungen vornehmen kann, und wir wollen für das so eingesparte Geld weitere Klassenräume für vier Collèges bauen, damit auch im Jahr 2008 weitere Kinder eingeschult werden können und kein Jahr verlieren.
Ich empfehle erst die lebhaften Reiseberichte zu lesen, bevor man sich meinen mehr sachlichen Ausführungen widmet. Um die Arbeit aufzuteilen, wurde morgens jeweils festgelegt, welcher Mitreisende den Tag beschreibt. So kamen viele recht unterschiedliche Berichte zustande, denn jeder erlebt eine solche Rundreise auf andere Weise. Zum Verständnis: Unser Verein wird in Burkina Faso „A.S.A.O.“ genannt.
Wir haben im Jahre 2007
zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) 770.000 EUR in Burkina Faso investiert und unter anderem 18
Grundschulen, 6 Collèges, 3 Verwaltungsgebäude und 31 Lehrerhäuser gebaut sowie
3 Brunnen gebohrt. Insgesamt wurden 78 Klassen neu
gebaut. Da durchschnittlich mindestens 70 Kinder in einer Klasse sind, wurden,
wenn alle Klassen belegt sind, für rund 5.400 Kinder neue Schulplätze errichtet
– eine enorme Zahl. Jeder neue Schulplatz kostete somit nur ca. 140 Euro, eine
sinnvolle Investition in die Zukunft. Die genauen Einzelbeträge bitte ich der
Rückseite dieses Jahresberichtes zu entnehmen.
Wir möchten uns bei all unseren Spendern für ihr Vertrauen und ihre Großzügigkeit bedanken. Unser besonderer Dank gilt auch Frau Margret Junk von der Antragsvorprüfstelle Bengo. Sie hatte uns geraten, unseren Projektantrag 2007 bereits Anfang September 2006 und nicht erst im November beim BMZ einzureichen, um eine Auszahlung noch vor Jahresschluss und vor Verabschiedung des Bundeshaushaltes zu erreichen. Bereits am 20.11.2006 erhielten wir die endgültige Zusage des BMZ. Für die sehr großzügige und schnelle Zusage bedanken wir uns bei den Damen und Herren des BMZ ganz herzlich.
Wir können versichern, dass wir mit den Steuermitteln und unseren Spenden sehr sparsam umgehen. Alle Angaben unserer Projektpartner werden sorgfältig von uns bzw. unserem Repräsentanten überprüft und gegebenenfalls beantragen wir Abänderungen bzw. Umschichtungen beim BMZ, die auch vom zuständigen Sachbearbeiter sehr schnell und unbürokratisch genehmigt werden.
Mittlerweile haben wir 81 Grundschulen, 42 Colèges, 247 Lehrerhäuser in Burkina Faso gebaut und 61 Tiefbrunnen gebohrt. Wir haben uns auf den Bau von Schulen spezialisiert und mittlerweile so viel Erfahrung, dass man uns kaum mehr täuschen kann. Es hat sich bewährt, dass wir während der Bauphase eine Bauingenieurin beschäftigen, die alle Baustellen mehrfach besucht und überwacht. Ich habe auf der gesamten Rundreise keinerlei Baumängel festgestellt und mich bei unserer Ingenieurin am Abreisetag herzlich für ihre gute Arbeit bedankt. Ich finde es toll, dass wir eine junge Frau gefunden haben, die in dieser patriarchalischen Gesellschaft in der Lage ist, den Bauarbeitern auf die Finger zu schauen und auch deutlich ihre Meinung zu sagen. Bernhard Thurner war mit seiner Freundin Anja 8 Tage mit ihr auf einer Inspektionstour und von ihren Fähigkeiten begeistert.
In den letzten 3 Jahren hat unser Toyota-Allrad über 170.000 km zurückgelegt. All dies kostet natürlich Geld, aber eine gute Bauüberwachung ist in Afrika unumgänglich. Erfreulicherweise spendet uns die Firma Reifen Meyer Lissendorf jedes Jahr einen Satz neuer Reifen. Wir arbeiten möglichst immer mit denselben Bauunternehmen zusammen, die uns konkurrenzlos günstige Preise bieten und gute Arbeit leisten, da sie auch in Zukunft von uns Aufträge erhalten wollen. Die vom Staat gebauten Schulen sind doppelt so teuer wie unsere Schulen!
Nachdem uns vom BMZ ein Zuschuss von 707.000 Euro zugesagt wurde, wollen wir ab Anfang Dezember 21 Grundschulen, 11 Collèges, jeweils mit Einrichtung, 4 Verwaltungsgebäude und 29 Lehrerhäuser bauen:
1. Grundschule, Zaun, Abort, Schulküche, 1 Lehrerhaus in Sanga b. Aribinda 25.870 EUR
2. Grundschule, Zaun, Abort, Schulküche, 1 Lehrerhaus in Oualdéguédé 25.870 EUR
3. Grundschule, Zaun, Abort, Schulküche, 1 Lehrerhaus in Dandio b. Aribinda 25.870 EUR
4. Grundschulerweiterung, Zaun, Abort, Schulküche, 1 Lehrerhaus in Séguénéga 25.870 EUR
5. Grundschule ohne Einrichtung, 1 Lehrerhaus in Foura bei Kaya 20.200 EUR
6. Grundschulerweiterung, 1 Lehrerhaus in Koankin bei Zorgho 22.870 EUR
7. Grundschule, Zaun, Abort, Schulküche, 1 Lehrerhaus in Rapadama b.Zorgho 25.870 EUR
8. Grundschule, Zaun, Abort, Schulküche in Bick-Baskouré bei Koupéla 19.370 EUR
9. Grundschulerweiterung, 1 Lehrerhaus in Kokossin bei Tensobentenga 22.870 EUR
10. Grundschule, Zaun, Abort, Schulküche, 1 Lehrerhaus in Kalembouly b.Siby 25.870 EUR
11. Grundschule, Zaun, Abort, Schulküche, 1 Lehrerhaus in Yayou bei Silly 25.870 EUR
12. Grundschulerweiterung, 1 Lehrerhaus in Tampour 22.870 EUR
13. Grundschule, Zaun, Abort, Schulküche, 1 Lehrerhaus in Ti bei Boura 25.870 EUR
14. Grundschulerweiterung um nur 2 Klassen, 1 Lehrerhaus in Kera 16.905 EUR
15. Grundschulerweiterung, Abort, Küche, neue Pumpe 1 Lehrerhaus in Sala 25.870 EUR
16. Grundschule, Zaun, Abort, Küche, 1 Lehrerhaus in Lanfiéra bei Fô 25.870 EUR
17. Grundschule, Zaun, Abort, Küche, 1 Lehrerhaus in Bena et Koby 25.870 EUR
18. Grundschule, Zaun, Abort, Küche, 1 Lehrerhaus in Nianwéré b. Banzon 25.870 EUR
19. Grundschulerweiterung um nur 2 Klassen, in Banzon 7.735 EUR
20. Grundschule, Zaun, Abort, keine Küche, 1 Lehrerhaus in Kokouna b.Koloko 24.880 EUR
21. Grundschule, Zaun, Abort, Küche, 1 Lehrerhaus in Kagnabougou b.Kangala 25.870 EUR
22. Collège, Verwaltungstrakt, Zaun, Abort, Küche, 3 Häuser in Sikiré 57.100 EUR
23. Collège, Verwaltungstrakt, Zaun, Abort, Küche, 3 Häuser Soubeira-Natenga 57.100 EUR
24. Collège, Verwaltungstrakt Zaun, Abort, Küche, 3 Lehrerhäuser Nedogo 57.100 EUR
25. Collège, Verwaltungstrakt, Zaun, Abort, Küche in Boni 37.600 EUR
26. Collègeerweiterung , Abort, 1 Lehrerhaus in Kirsi 31.210 EUR
27. Collègeerweiterung Pobé-Mengao 24.100 EUR
28. Collègeerweiterung Orodora 24.100 EUR
29. Collègeerweiterung Yondé 24.100 EUR
30. Collègeerweiterung Garango-Tangaré 24.100 EUR
31. Collègeerweiterung um nur 3 Klassen in Gogo 17.710 EUR
32. Collègelerweiterung um nur 2 Klassen in Banzon 12.385 EUR
33. restliche Bänke für je 2 Klassen in Pensa, Loukoura, Siby, Yéguérésso 11.200 EUR
34. neuer Allrad, Beamer, DVD-Player, Lautsprecher, Stromaggregat 23.000 EUR
35.
Koordination, Repräsentant,
Ingenieurin, Chauffeure, Animateur
11.595 EUR
Projekte mit dem BMZ
insgesamt
906.410 EUR
Abzüglich Zuschuss des
BMZ
707.000 EUR
Eigenanteil unseres Vereins an den Projekten mit dem
BMZ
199.410 EUR
36.
Schulgeld, Unterkunft der Mädchen Foyer Monique und
Studentinnen
10.800 EUR
Erforderliche Spendensumme
2007
210.210 EUR
Gesamtinvestition in Burkina
Faso
917.210 EUR
Wenn alle 102 neu gebauten Klassen belegt sind, werden wir im Jahre 2008 für rund 7.650 Kinder dauerhaft neue Schulplätze schaffen. Da durchschnittlich 75 Kinder in einer Klasse sind, kostet jeder neue Schulplatz nur ca. 119 Euro.
Unsere Bautätigkeit hat zur Entstehung von ungefähr eintausend zusätzlichen Arbeitsplätzen in den ländlichen Gebieten von Burkina Faso geführt. Hinzu kommt, dass die neu geschaffenen Lehrerstellen pro Arbeitsplatz finanziell besser ausgestattet sind als die von durchschnittlichen Arbeitern. Der Kaufkrafteffekt dieser von uns initiierten Arbeitsplätze ist also ungleich höher als der von klassischen gewerblichen Arbeitsplätzen.
Wir werden im nächsten Jahr einen 2. Allrad (Toyota Pick-up) nach Burkina Faso verschiffen lassen. Um besseren Kontakt zu unseren Schulen zu halten, werden wir einen „Animateur“ einstellen, der die von uns finanzierten ca. 150 Schulen immer wieder besucht. Wir werden ihn mit einem DVD-Player, einem Beamer, Leinwand, Lautsprecher und Stromaggregat ausstatten. In Burkina Faso ist es abends um 18.30 Uhr dunkel. Er kann abends der Dorfbevölkerung einen unterhaltsamen Film zeigen, der aber auch auf die Probleme von Aids, Beschneidung, Zwangsheirat und Abholzung aufmerksam macht.
In den Grundschulen soll er durch eine DVD die Schüler und Lehrer zu Baumpflanzungen ermutigen, während der Chauffeur mit den Elternvertretern die defekten Schulbänke repariert.
In Collèges wird ein Aufklärungsvideo von Family Care International gezeigt und über Geburtenregelung und Aids informiert (vgl. auch den nachfolgenden Artikel: „Jugendzeit – für viele Mädchen in Entwicklungsländern gibt es diese nicht“).
Mit der Einstellung des Animateurs im nächsten Jahr beginnt für uns eine neue Phase. Bisher ging es im Wesentlichen um die Verbesserung der schulischen Infrastruktur, sozusagen um „Hardware“.
Ab 2008 begeben wir uns in den Bereich des Angebotes von pädagogischen bzw. schulischen Inhalten, d.h. von „Software“. Dies bedeutet eine wesentliche inhaltliche Erweiterung unseres Wirkungsspektrums. Es handelt sich um eine sehr anspruchsvolle Aufgabe mit hoher Verantwortung.
Weitere Projektentwicklung
Wir haben im Jahre 2002 7 Schulprojekte, in den Jahren 2003 und 2004 jeweils 12 Schulprojekte, 2005 schon 15 Schulprojekte, 2006 18 Schulprojekte und 2007 24 Schulprojekte realisiert. Die Einzelheiten können Sie der Rückseite des Jahresberichtes entnehmen. Wir sind in Burkina Faso mittlerweile so bekannt, dass sich immer mehr Dörfer unmittelbar an uns wenden. Im Jahre 2008 wollen wir nunmehr 32 Schulprojekte realisieren, wobei wir wegen der Dringlichkeit der Schulbauten keine Brunnen mehr bohren und auch nur noch wenige Lehrerhäuser finanzieren.
Mit 32 Schulprojekten und damit 32 verschiedenen Baustellen in allen Teilen von Burkina Faso ist unsere derzeitige Kapazitätsgrenze erreicht. Die Schulbauten beginnen im Regelfall im Januar und müssen Ende Juni vor Beginn der Regenzeit weitgehend abgeschlossen sein. Unser Repräsentant und unsere Bauingenieurin können nicht noch mehr Baustellen in so kurzer Zeit besichtigen und überwachen. Wir beabsichtigen also, die Zahl der Baustellen für die Zukunft auf 32 zu begrenzen.
Wenn wir weitere Gelder bekommen, wollen wir unsere Schulprojekte jedoch besser ausstatten. Normalerweise sollte man pro 3-klassige Grundschule auch 3 Lehrerhäuser bauen. Wegen der vielen Neubauanträge bauen wir jedoch im nächsten Jahr nur 1 Lehrerhaus pro Grundschule. Würden wir jeweils 2 weitere Lehrerhäuser bauen, bräuchten wir zusätzlich 130.000 Euro und, wenn wir 20 Brunnen bohren wollten, weitere 160.000 Euro. Eine bessere Ausstattung der Projekte käme den Dörfern zugute und würde die Arbeitsbelastung unseres Repräsentanten und der Bauingenieurin nicht wesentlich erhöhen.
Personelle Entwicklung
Wir sind ein sehr kleiner Verein und haben nur sehr geringe Verwaltungskosten.
Götz Krieger hält sich
mehrere Wochen im Jahr auf eigene Kosten in Burkina Faso auf und bekommt nur die
Dieselkosten für seine Projektbesuche vom Verein erstattet. Ich rufe ihn oft
auf
seinem Handy an, und er kann dann unmittelbar mit unseren Projektpartnern
Kontakt aufnehmen und die anstehenden Fragen klären. Er ist 61 Jahre alt und man
kann nicht abschätzen, wie lange er seine Arbeit noch leisten kann. Ich selbst
bin nicht in der Lage und auch nicht bereit, mich längere Zeit in Burkina Faso
aufzuhalten. Ich bin immer froh, wenn ich nach Deutschland zurückkehren, mich
unter die warme Dusche stellen und die schöne Eifellandschaft genießen kann.
Außerdem spreche ich nur sehr schlecht Französisch.
Ich bin 63 ½ Jahre alt und
noch voll berufstätig. Ich stelle alle Anträge an das Ministerium, erstelle auch
die Abrechnungen und tätige alle Überweisungen. Ich sorge dafür, dass die Gelder
beim BMZ rechtzeitig abgerufen und gemäß dem Bedarf auf unser Konto in Ouaga
überwiesen werden. Mit Götz Krieger und unserem Repräsentanten Anselm Sanou
wähle ich die durchzuführenden Projekte aus und kalkuliere die Kosten. Ich
treffe mit den Partnerschaftsvereinen der befreundeten Dörfer
Projektvereinbarungen in französischer und deutscher Sprache. Ferner entwerfe
ich die Bauverträge mit unseren Bauunternehmen und Einrichtungsfirmen. Anselm
Sanou sendet uns per E-Mail am Anfang eines jeden Monats den eingescannten
Kontoauszug unseres Vereinskontos in Ouagadougou und vermerkt darauf, welche
Ausgaben für welche Projekte getätigt wurden. Hier in Deutschland führen wir
dann anhand dieser Kontoauszüge ein Buchungsjournal und ordnen die einzelnen
Ausgaben den jeweiligen Schulprojekten zu, sodass man sofort ersehen kann,
welche Beträge für welche Schulprojekte noch offen stehen. Diese Listen werden
an Anselm Sanou gemailt und den Bauunternehmern zugesandt, damit alle wissen,
wie viel Geld für welche Leistungen noch bezahlt werden müssen. Bei dieser
Arbeit werde ich von Carmen Meyer sehr wirkungsvoll unterstützt, die diese
Arbeiten sehr sorgfältig und selbstständig abwickelt. Die eingehenden Spenden
werden von Karin Leuschen im Journal erfasst und sie schreibt auch die
Spendenquittungen.
Sollte ich einmal ausfallen oder krank werden, können Carmen Meyer und Karin Leuschen die begonnenen Projekte zu Ende führen und mit dem BMZ abrechnen. Wer jedoch dann meine Arbeit übernimmt, steht noch nicht fest. Einen Nachfolger, dem diese Arbeit Spaß macht, habe ich noch nicht gefunden.
Anselm Sanou ist Mitte Vierzig und sehr fitt. Er macht seine Arbeit ehrenamtlich und erhält nur eine kleine Auslagenvergütung. Er ist als Beamter im Landwirtschaftsministerium mit voller Stelle beschäftigt. Er wird jedoch vom Ministerium unter Fortzahlung seines Gehaltes für die Tage freigestellt, in der er unsere Projekte besucht. Sollte er ausfallen oder die Arbeit nicht mehr weiter machen wollen, gibt es keinen Nachfolger. Es dürfte auch schwierig sein, einen solch vertrauenswürdigen, aktiven afrikanischen Manager zu finden.
Wir haben den Vorteil und die Genugtuung, dass unsere Projekte am Ende eines jeden Jahres fertig sind und dem Staat übergeben werden, der dann die Lehrer schickt und für einen reibungslosen Schulunterricht sorgt. Wenn wir unsere Arbeit beenden, werden wir keine „Ruinen“ zurück lassen, sondern die von uns finanzierten Schulen werden ohne uns weiterbetrieben und zum Wohl der Kinder beitragen. Wir haben also keine laufenden Projekte, die jedes Jahr auf eine Unterstützung durch unseren Verein angewiesen sind. Wenn man ein Waisenheim etc. betreibt, hat man für die Zukunft dieses Heimes eine weit größere Verantwortung. Wir sind keine große Entwicklungshilfeorganisation, die unbedingt in Zukunft weiter bestehen muss. Unsere Arbeit wird fortwirken, auch wenn wir selbst nicht mehr so umfangreich tätig sind.
Daher lassen wir die Zukunft auf uns zukommen, ohne uns große Sorgen zu machen. Wir hoffen natürlich, dass unsere Arbeit weitergeht und Nachfolger gefunden werden. Wenn nicht, war es dennoch ein guter und wertvoller Beitrag zur Entwicklung des Landes Burkina Faso und vor allem seiner Kinder.
Persönliche
Reiseeindrücke
Ich bin dankbar, wenn ich keine Reden halten muss, und Götz Krieger oder Wolfgang Nieländer an meiner Stelle das Wort ergreifen. Ich versuche die Veranstaltungen durch „Mittanzen, Modeschau und Schafreiten“ ein wenig aufzulockern, wie man den Reiseberichten entnehmen kann. Für die Bevölkerung ist es wichtig, dass sie mit den Projekten bestimmte Personen verbindet und ihnen ihre Gastfreundschaft und Dankbarkeit zeigen kann. Unsere Projekte sind für die Dörfer kein anonymes Geschenk. Man weiß, dass wir wiederkommen und hält daher die Gebäude meist in Ordnung.
Wir bringen an allen von uns besuchten Schulen unser Schild „Fruit de la Coopération Gemano – Burkinabè“ mit den Landeswappen und dem A.S.A.O.-Logo an, damit das Engagement Deutschlands in Burkina deutlich zum Ausdruck kommt. Außerdem senden wir an alle von uns gebauten Schulen und an die dafür zuständigen Bürgermeister und Schulräte jedes Jahr einen ausführlichen „Lettre Circulaire“, in dem wir über die Erfahrungen unserer Rundreise und über unsere neuen Projekte berichten.
Die Rundreise brauche ich
auch für meine eigene Motivation. Wenn ich sehe, dass Tausende von Kindern durch
unsere Schulbauten eine Ausbildungsmöglichkeit erhalten, wie dankbar sie und
ihre Eltern sind, wie sie tanzen und singen und glücklich sind, fahre ich hoch
motiviert wieder nach Deutschland zurück. Es ist etwas vollkommen anderes, ob
man die Zustände im Fernsehen oder direkt vor Ort erlebt.

Es gibt Orte, in denen ich mich ärgere, dass zu wenig Bäume gepflanzt wurden bzw. Bänke nicht repariert wurden, aber ich sage mir immer wieder, dass unser Verein Afrika nicht aufforsten will und dass Kinder wichtiger als Bäume sind. Wenn ich mir das vor Augen halte, gelingt es mir, meine positive Einstellung beizubehalten. Wir wollen nicht – wie die Kolonialherren – auftreten, die alles besser wissen. Dennoch haben wir das Recht und auch die Pflicht, Missstände anzusprechen und auf eine Änderung zu drängen.
Seit 17 Jahren bauen wir Schulen in Burkina Faso und mussten Geduld lernen. Entwicklungshilfe braucht Ausdauer und Verständnis für andere Kulturen. Es dauert lange, bis sich Einstellungen und Lebensgewohnheiten ändern. Wenn man Fehlinvestitionen vermeiden will, muss man sich die Projekte persönlich anschauen und die gemachten Angaben vor Ort zu überprüfen.
Ausblick
Wir gehen davon aus, dass wir nächstes Jahr wieder in den rheinland-pfälzischen Herbstferien, also vom 3.10. – 19.10.2007, nach Burkina Faso fahren. Da wir dann 2 Allradfahrzeuge in Burkina haben, werden wir eventuell mit diesen beiden Fahrzeugen die Rundreise unternehmen und keinen Bus mieten. Möglicherweise muss dann die Anzahl der Mitreisenden auf 10 Personen begrenzt werden. Wir werden evt. den Norden und den Westen von Burkina Faso besuchen. Wer mitfliegen will, keine Angst hat und sich körperlich und psychisch fit fühlt, sollte bis zum 15. Februar mit uns Kontakt aufnehmen, da wir die Flüge schon sehr früh buchen müssen.
Schon jetzt laden wir herzlich zu einem Treffen am Freitag, den 15.Februar 2008, um 20 Uhr in das Pfarrheim Hillesheim ein. Wir werden Fotos und ein DVD über unsere Rundreise zeigen. Wer sich mehr für unsere Arbeit interessiert, ist auch in der Mitgliederversammlung unseres Vereins um 19 Uhr gern gesehen.
Ich bin auch gerne bereit, Interessierten eine Kopie des DVDs zuzusenden. Wir haben es nach vertont und auch unsere Projektgrundsätze darauf festgehalten. Wer über unsere Arbeit öfter unterrichtet werden will, kann mir seine E-Mail-Adresse mitteilen oder sich auf unserer Homepage www.solidaritaetskreisde unterrichten, die von Götz Krieger sorgfältig gepflegt wird.
Ich möchte mich bei all unseren Spendern ganz herzlich für ihre Großzügigkeit bedanken. Es ist schon erstaunlich, dass wir ein Spendenaufkommen von ca. 200.000 Euro im Jahr haben. Wir haben nicht sehr viele Spender, aber die Personen, die uns unterstützen, tun dies oft regelmäßig seit vielen Jahren.
Immer mehr Gelder bekommen
wir dadurch, dass Personen auf private Geburtstagsgeschenke oder auf Blumen und
Kränze bei Beerdigungen verzichten und stattdessen ihre Freunde bitten, unserem
Verein eine Spende zukommen zu lassen. Ben Schauster hat mit seinem Team auch
dieses Jahr wieder das Tellerfest ausgerichtet, be
i
dem ein Reinerlös von 5.000 Euro erzielt wurde.
Ohne die großzügige Unterstützung des Ehepaares Lepper und ihrer Firmen TECHNISAT und TPS, der IbR Gesellschaft für Geoinformationen mbH, Bonn, der Bilstein und Siekermann GmbH & Co KG, der Meyer Lissendorf GmbH & Co International Trading und der Annemarie und Helmut Börner-Stiftung wäre es nicht möglich, im nächsten Jahr 32 Schulen bzw. 102 neue Klassen zu finanzieren.
Vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bekommen wir einen Zuschuss von 707.000 Euro, sodass wir innerhalb eines Jahres über 900.000 Euro in Burkina Faso investieren können. Durch diesen Zuschuss in Höhe von 75 % der Investitionskosten brauchen wir für den Neubau einer Schule nur 25 % der Kosten aufzubringen und jeder von Ihnen gespendete Euro wird durch den Zuschuss „vervierfacht“.
Wir danken für das Vertrauen, das Sie uns entgegenbringen. Sie können sicher sein, dass wir das gespendete Geld sehr sorgfältig und effektiv investieren werden.
Es grüßt herzlich
Charly Simonis